Als Kind der 90er verbindet man mit den Punkrockern von Green Day eine Menge Jugenderinnerungen und natürlich ihr Erfolgsalbum ‘Dookie’ aus dem Jahr 1994. Ein Album, mit dem die Jungs um Billie Joe Armstrong, Mike Dirnt, Tre Cool und Jason White durch alle Decken schossen. Heute, 22 Jahre später, rocken Green Day noch immer, auch wenn es in den letzten Jahren nicht mehr den großen Hype um die Band gab. Doch damit könnte jetzt Schluss sein. Denn das neue und mittlerweile zwölfte Studioalbum ‘Revolution Radio’ der Kalifornier setzt auf alte Stärken mit pop-punkigen Rockhits. Ja, da fühlt man sich ordentlich an die ‘Dookie’-Zeiten erinnert.

Die Besinnung auf alte Tugenden hat man wohl ihrer kleinen, vierjährigen Auszeit zu verdanken, um mit neuer Kraft ihr dreißigjähriges Bandjubiläum zu begehen. Und siehe da, bei den neuen dreizehn Tracks sind zudem Parallelen zu ‘American Idiot’ zu hören. Ein Album, mit dem sie vor zwölf Jahren auch riesige Erfolge feierten. Daher könnt ihr euch auf knackigen Punkrock freuen, der zudem zum Denken anregt mit seinen politischen und gesellschaftskritischen Texten. Eine gute Mischung also für ein stabiles Punk-Album, das ‘Revolution Radio’ letztendlich durchweg ist.

Erfreulich zu hören ist dabei, dass sich die Truppe um Sänger Billie Joe Armstrong so kraftvoll gibt, wie lange nicht mehr. Das macht richtig Laune und so sind Songs wie ‘Bang Bang’, ‘Bouncing Off the Wall’, ‘Still Breathing’ oder ‘Too Dumb to Die’ richtige Punkrocker, die sich mit dem tollen, nachdenklichen Schlusspunkt ‘Ordinary World’ grandios vereinen. Die Punkrocker schießen letztendlich ein Album raus, das textlich zur Gemeinschaft aufruft und sich musikalisch einen Schlag Nostalgie gönnt. ‘Revolution Radio’ ist ein echtes Punk-Revival für Green Day, das jeden Fan begeistern dürfte.

Green Day ‘Revolution Radio’
(Reprise/Warner) - VÖ: 07.10.2016
Tracklist: 01. Somewhere Now // 02. Bang Bang // 03. Revolution Radio // 04. Say Goodbye // 05. Outlaws // 06. Bouncing Off the Wall // 07. Still Breathing // 08. Youngblood // 09. Too Dumb to Die // 10. Troubled Times // 11. Forever Now // 12. Ordinary World


Wenn eine Band seit über 30 Jahren aktiv ist, kann man diese verbrieft als Urgesteine bezeichnen. Die gealterten Herren rotieren dabei so gut wie eh und je. Die Rede ist von den Punkrockern um NOFX mit ihrem dreizehnten Studioalbum ‘First ditch effort’. Fat Mike und seine Freunde sind natürlich abermals mit reichlich Spielfreude unterwegs, mit frischen, catchy und ironischen Songs, wobei auch sehr Persönliches besungen wird. Generell setzen NOFX wieder auf ihre Trademarks und das ist eben ihr unvergleichlicher Sound bestehend aus erquickendem Melodic Punk.

Böse Zungen würden nun behaupten, dass dies doch reine Tristesse wäre. Doch warum etwas ändern, wenn die Fans genau das an der Band so lieben. Daher braucht niemand musikalische Innovationen zu erwarten, sondern man bekommt hier ein sattes NOFX-Album, das erfolgreich an den 2012er-Vorgänger ‘Self Entitled’ anknüpft. Erfrischende Songs, die einem jedes Mal ein Lächeln auf die Lippen zaubern und zum Takt mitwippen lassen. Zumindest auf der Couch, im Club kann man dazu natürlich herrlich einen Circle Pit starten oder frei von der Leber den Pogo ausrufen. Zum Beispiel zu den ruppig-melodischen Tracks wie ‘Ditch effort’, ‘Sid and Nancy’, ‘I`m so sorry Tony’ oder ‘Happy father`s day’.

Selbst zum Anti-Drogen-Song der Band, ‘Six Years On Dope’, kann man richtig abhotten. Ein Song, der sich übrigens auf die langjährige Drogenkarriere von Fat Mike bezieht. Größte Überraschung des Albums bleibt aber ‘California Drought’, ein eher banduntypischer Song, der dafür aber mal wieder die Trompete auspackt. Ach ja, wenn man die Platte hört, bekommt man direkt wieder Lust, auf das Skateboard zu steigen oder einfach nur zu relaxen. NOFX machen auf ‘First ditch effort’ das, was sie am besten können – und das ist unterhalten mit melodischem, schnellen Punkrock. Plichtkauf für Fans!

NOFX ‘First ditch effort’
(Fat Wreck Chords) - VÖ: 07.10.2016
Tracklist: 01. Six years on Dope // 02. Happy Father's Day // 03. Sid and Nancy // 04. California Drought // 05. Oxy moronic // 06. I don't like me anymore // 07. I'm a Transvest-lite // 08. Ditch Effort // 09. Dead beat Mom // 10. Bye bye Biopsy Girl // 11. It ain't lonely at the Bottom // 12. I'm so sorry Tony // 13. Generation Z