Die Alternative-Rocker Chevelle blasen mit ihrem neuen Album ‘The North Corridor’ zur fröhlichen Headbang- und Abrockattacke. Fans der Band aus Illinois dürfen sich hierbei auf alte Stärken und ihre typischen Trademarks freuen. Heißt: Sie schaffen es, an ihren bockstarken Vorgänger ‘La Gargola’ anzuknüpfen. Im Gegensatz zur letzten Platte sind die Jungs um den charismatischen Mikrokeifer Pete Loeffler sogar eine ganze Ecke aggressiver geworden. So wirken viele der zehn Songs entzückend roh und kantig, ohne dabei jedoch an Eingängigkeit oder Melodie zu verlieren. Eine Kunst, an der so viele Genrekollegen scheitern.

Generell gibt es ein sehr starkes, abwechslungsreiches Soundkonstrukt, das von Joe Barresi produziert wurde, der schon mit Kyuss, Tool oder Queens of the Stone Age zusammenarbeitete. Etwas „Tool-iges“ hat auch die neue Chevelle-Platte, wobei die Jungs am Ende des Tages ihr ganz eigenes Ding machen. Denn jeder Track klingt einfach zu hundert Prozent nach Chevelle, was natürlich zum Großteil an der markanten Stimme Pete Loefflers liegt. Ansonsten gibt es ausgiebig raubeinige Gitarren, sphärische Soundpassagen und immer wieder explosionsartige Ausbrüche der Härte.

Egal, ob der starke Opener ‘Door to Door Cannibals’, die heavy Attacke ‘Enemies’, Groove-Bestien wie ‘Young wicked’, ‘Got burned’ oder die Single ‘Joyride (Omen)’: Jeder Track hat sein Eigenleben und alles zusammen mausert sich zu einem klangvollen, aggressiven Volumenmonster, das wirklich Ärsche tritt. Einfach eine geile Scheibe für Fans und Freunde intelligenter Gitarrenmucke. Bleibt nur zu sagen: Turn this heavy shit up!

Chevelle ‚ The North Corridor’
(Epic/Sony) - VÖ: 08.07.2016
Tracklist: 01. Door to door cannibals // 02. Enemies // 03. Joyride (Omen) // 04. Rivers // 05. Last Days // 06. Young wicked // 07. Warhol's Showbiz // 08. Punchline // 09. Got burned // 10. Shot from a Cannon


Gestartet in den 90ern und dann mit fünf Alben bis 2010 mit das Pop-Punk-Genre belebt, ja das trifft auf die US-Jungs von Good Charlotte zu. Nach all den Jahren des Erfolgs wurde es aber Zeit für eine Pause. Diese hat die Band genutzt, um neue Inspiration und Kraft zu tanken. Nachdem sich die Band 2015 wieder zusammengefunden hatte, wurde fleißig am sechsten Dreher ‘Youth Authority’ geschraubt, der nun endlich das Licht der Welt erblickt.

Auch wenn es schwer ist, an die Qualität ihrer Hitalben wie ‘The Young And The Hopeless’ oder ‘Good Morning Revival’ heranzukommen, so stellt man nach dem Hören der neuen Scheibe fest, dass die Jungs immer noch frischen, fröhlichen Punk mit Pop und Rock mischen können. Auf dem 13 Songs starken Album ‘Youth Authority’ gibt es weiterhin bandtypische Spaßmacher wie ‘40 oz Dream’ samt Ohrwurm-Refrain oder das hitverdächtige ‘The Outfield’. Beides Tracks, die man herrlich im Auto aufdrehen kann, um dann wippend zur Sommersonne abzurocken. Aber auch das sphärisch-eingängige ‘War’ oder das rassige ‘Keep swingin´’ machten mächtig Laune.

Die Jungs zeigen aber auch, dass sie mit ruhigen Gitarrenklängen im Midtempo überzeugen können – wie etwa bei den Songs ‘Reason to stay’, ‘Moving on’ oder ‘Life can´t get much better’. Generell switchen Good Charlotte oft zwischen laut und leise, wobei sie ein sehr angenehmes Hörgefühl erzeugen. Insgesamt wirkt der Sound geerdeter und erwachsener mit toll arrangierten Tracks. Schlussendlich ist es eine echte Feelgood-Pop-Punk-Platte, die zeigt, dass die gute Charlotte noch lange nicht zum alten Eisen gehört!

Good Charlotte ‚ Youth Authority’
(Mddn / Rough Trade) - VÖ: 15.07.2016
Tracklist: 1.Life changes // 2.Makeshift Love // 3.40 oz. Dream // 4.Life can't get much better // 5.Keep swingin' // 6.Reason to stay // 7.Stray Dogs // 8.Stick to your Guns (Interlude) // 9.The Outfield // 10.Cars full of People // 11.War // 12.Moving on