In Ulm, um Ulm, und um Ulm herum gibt es eine echte deutsche musikalische Überraschung mit dem Namen „Van Holzen“. Genauer gesagt ist es eine junge Truppe Newcomer, die ihr Debütalbum ‘Anomalie’ unter das Volk bringt. Das Besondere an diesem Trio sind nicht nur ihre einzigartigen Rock-Klänge, sondern auch ihre Abgeklärtheit sowie Professionalität. Klingt irgendwie nach alten Hasen im Rockbusiness. Doch weit gefehlt, die Jungs sind zwischen 16 und 17 Jahre alt – Respekt! Die Süddeutschen haben auf ihrem Studioalbum zwölf wirklich beeindruckende Stücke versammelt, die mit hoher Qualität und ganz spezieller Eingängigkeit punkten.

Es ist ein reduzierter Rocksound, der sich auf das Wesentliche konzentriert und gerade deshalb direkt ins Ohr wandert. Zudem besitz der Dreier einen immens hohen Widererkennungswert, was vor allem an Sänger/Gitarrist Florian Kiesling mit seiner charismatischen Stimme liegt. Dabei wird auch mit viel Rotzigkeit ins Mikro gespuckt. Apropos Rotzigkeit, damit flanieren auch die Riffs in jeder Sekunde der Platte. Bei den Tracks geht es zwar auch mal bedächtiger zu, aber der krachend-drückende Unterton mit diesem speziellen Rock-Beat ist omnipräsent. Es ist ein abwechslungsreiches Debüt geworden, in dem schnell die Stimmung switcht. Auch beim Texten hat sich das Trio wirklich Gedanken gemacht und haut knackige, düstere und teils bedrückende Lyrics raus.

Anspieltipps sind hier sicherlich Songs wie der Opener ‘Herr der Welt’, ‘Karneval’ oder ‘Schüsse’, wobei man eigentlich gar keinen Track separat rausziehen will. Die Platte funktioniert als Einheit, wenn Van Holzen hier mit ihrem eigenwilligen Rockbrett von einem Debütalbum so richtig abholzen. Auf dass diese Jungs nicht nur in Ulm, um Ulm, sondern auch mehr als nur um Ulm herum gebührend gefeiert werden für diesen beeindruckenden Dreher!

Van Holzen ‘Anomalie’ (Warner Music International) - VÖ: 03. März 2017
Tracklist:
01. Herr der Welt // 02. Erfolg // 03. Reichtum // 04. Schüsse // 05. Karneval // 06. Nie // 07. Masquerade // 08. Jagd // 09. Hyäne // 10. Kopfgeld // 11. Keine Zeit // 12. Leichenschmaus