Es gibt so Bands, die haben einfach Charisma – und dazu gehören Coal Chamber um ihre Frontbestie Dez Fafara. Da werden nun auch etliche Fanherzen höherschlagen, denn die Pioniere des Nu Metal sind wieder auferstanden und präsentieren uns ihr Comeback-Album „Rivals“ nach geschlagenen 13 Jahren! Viele werden die Nu-Metal-Legenden sicher noch kennen, denn sie waren Ende der 90er zusammen mit Korn sowie Limp Bizkit die Vorreiter für ein neues Metal-Genre, das bis heute Millionen Fans gefunden hat. Doch nach ein paar Jahren des Erfolgs kam die Trennung und die Truppe verschwand in der Versenkung des Musikzirkus. Einzig Sänger Fafara blieb recht erfolgreich auf dem Schirm mit seiner Band DevilDriver. Doch das alles ist wiederum ab jetzt Vergangenheit – denn mit „Rivals“ will das Quartett in Originalbesetzung wieder an alte Erfolge anknüpfen.

Das ist mit ihrer nunmehr vierten Studioplatte definitiv möglich. Denn der neue Dreher besitzt nicht nur die typischen Trademarks der Band, sondern zudem einen überaus gereiften Sound. Das Songwriting ist bärenstark ebenso wie dieser Aggression-Metal-Mix, moderner und alles andere als in die Jahre gekommener Nu Metal. Zu verdanken hat man dies sicherlich auch Produzent Mark Lewis, der bereits für DevilDriver oder Cannibal Corpse die Strippen zog. Entstanden sind 13 Songs, die ausnahmslos anziehend wild und kantig Türen eintreten. Sowohl die Hooks als auch Grooves sind dabei echte Nackenbrecher. Besonders Dez Fafara brüllt mit satter, wütender Stimme ins Mikro zu fetten Riffs und wuchtigen Drumparts. Das macht verdammt viel Spaß beim Lauschen und lässt einen immer wieder an die gute alte Zeit zurückdenken, als Nu Metal die Erde jungfräulich in Flammen setzte.



Trotz all der Härte sind die Tracks durchweg melodisch, aber nicht clean, sondern dreckig. Eine ziemlich coole und lässige Aggressionsbombe mit Highlights wie „Bad Blood Between”, „Light in the Shadows” oder „Over My Head”. Ein besonderes Schmankerl gibt es mit dem Track „Suffer in Silence“, der zusammen mit Industrial-Ikone Al Jourgensen von Ministry aufgenommen wurde. Alles in allem kickt „Rivals“ wieder so geil Ärsche, wie zu Erfolgszeiten und zeigt, dass weder die Band noch Nu Metal ins Musikarchiv gehören. Das Comeback des Jahres!

Coal Chamber „Rivals“ (Napalm Records) – VÖ: 22. Mai 2015
Tracklist: 1. I.O.U. Nothing // 2. Bad Blood Between Us // 3. Light in the Shadows // 4. Suffer in Silence (ft. Al Jourgensen) // 5. The Bridges You Burn // 6. Orion // 7. Another Nail in the Coffin // 8. Rivals // 9. Wait // 10. Dumpster Dive // 11. Over My Head // 12. Fade Away // 13. Empty Handed