Deutschland und seine Musiker, ja da gibt es so einige. Viel Gutes und auch so viel, was in den Sondermüll gehört. Und dann haben wir noch die Newcomer Venues aus Stuttgart. Das Sextett um Frontfrau Nyves hämmern mit ihrem Debütalbum „Aspire“ so kräftig auf deutschen Boden, das dessen Wellen sicherlich mit ihrem internationalen Sound weit über die Grenzen wabern dürften. Beeindruckend was die Post-Hardcore-Kapelle hier in zwölf Tracks von sich gibt. Das hat Dampf, Dynamik und biestige Eingängigkeit.

Die Songs sind allesamt technisch ausgefeilt, stark produziert und arrangiert. Jeder Song dringt hier direkt bis zum letzen Winkel des Hirnapparates vor und sorgt für beschwingtes Zuhören. Venues schaffen es einfach grandios rockige Sounds mit sattem Hardcore zu einem klangvoll-harten Musikmonster zu verknüpfen. Gerade das Zusammenspiel von Aggression und schöner Melodien macht diesen Dreher so energetisch. Das passt wie die besagte Faust aufs Auge. Vor allem weil Nyves toller Gesang so gut im Wechsel mit ihrem Shouter Robin harmoniert. Das sorgt für ein bewegtes, stilübergreifendes Post-Hardcore-Album, das sich locker mit jedem internationalen Genrekollegen messen kann. Das als deutscher Newcomer - Respekt!

Ihre zwölf Songs haben gerade durch die Fusion von weichen und harten Passagen mit der Stimme von Nyves Hitpotenzial. Eigentlich will man da nicht einen Song speziell herauspicken, da jeder Track seine Highlights hat. Aber gut, „Star Children“, „We Are One“, „Lights“, „Ignite“, „The Longing“ oder „Fading Away“ zusammen mit Annisokay-Member Chris Wieczorek sind richtige Brecher. Es sind einfach alles super moderne Metal-Lieder auf richtig hohem Niveau, die besten Hörspaß generieren. Alles in allem ist „Aspire“ ein verdammt aufgewecktes, überaus klangvolles Erstlingswerk, mit dem die Stuttgarter definitiv eine der besten Debütalben des Jahres veröffentlicht haben. Diesem Sextett steht eine erfolgreiche Zukunft bevor – wir klatschen Beifall und wollen mehr!

Venues „Aspire“(Arising Empire/ Warner) // VÖ: 27. Juli 2018
Tracklist:
01. We Are One // 02. Lights // 03. The Longing // 04. Fading Away (feat. Chris Wieczorek) // 05. The Epilogue // 06. Dilemma // 07. My True North // 08. Star Children // 09. Nothing Less // 10. Shades Of Memory // 11. Silence // 12. Ignite