Sie sind eine dieser ganz speziellen Bands, die einen so unvergleichlichen, künstlerischen Sound erschaffen haben, an den Millionen von Fans ihr Herz verloren. Die Rede ist von TOOL und ihrem bahnbrechenden Alternative-Progressive-Metal. Mittlerweile satte 13 Jahre mussten wir auf deren neues Werk warten. Doch nun ist die musikalische Dürrezeit vorbei, denn „Fear Inoculum“ steht bereit, euch in die neuen musikalischen TOOL-Welten zu ziehen.

Eines kann man vorwegsagen, die fünfte Platte der Jungs aus Los Angeles ist ein epochales Monster geworden – und das in sämtlichen Belangen. Der Dreher beherbergt sieben Songs, wobei bis auf „Chocolate Chip Trip“ alle anderen Tracks eine Spielzeit zwischen zehn und fünfzehn Minuten vorweisen. Sicherlich hatten TOOL schon immer mal diese Zehnplus-Tracks, aber nicht in der Masse auf einem Album.

Die Scheibe kommt so auf eine stolze Gesamtspielzeit von knapp anderthalb Stunden. TOOL haben dabei wahnsinnig intensive Soundbilder geschaffen, die einem in die Tiefen der Platte ziehen. Man versinkt in ihren Tracks, ganz gleich, welchen man da hernehmen will. Und wie könnte es anders sein bei dieser Band, jeder ihrer Songs entfaltet sich erst nach mehrmaligem Hören zu einem voluminösen Ungetüm, das schließlich seine ganze Detailvielfalt preisgibt.

Eine wahre Entdeckungsreise auf einem einzigartig Spitzenniveau. Ja, das sind TOOL, wie man sie liebt und kennt. Aber sie haben ihrem künstlerischen Treiben auf „Fear Inoculum“ noch mal einen drauf gesetzt. Was einem hier an musikalischer Vielfalt geboten wird, ist grandios. Es gibt Tempowechsel an allen Ecken, komplexe Strukturen – und das immer mit einem eingängigen Tenor. Ein echtes Schmankerl für jeden Musikfan, der Musik noch erleben, erfahren und lieben will.

Alleine was einem hier an Riff- und Schlagzeug-Raffinessen geboten wird, ist sau stark. Gleiches gilt für die Stimmungswechsel sowie Geräuschkulissen innerhalb der Songs, was das ganze Album unglaublich vielseitig und facettenreich macht. Dabei zieht die Band ihre ganz eigene TOOL-Atmosphäre auf – und durch. Trotz all der Komplexität ist „Fear Inoculum“ ein eingängiges Album.

Allerdings eines, für das man sich Zeit nehmen und seine Lauscher aufmerksam spitzen muss. Tut man dies, bekommt man ein weiteres Meisterwerk aus dem Hause TOOL spendiert, das emotional, düster, intensiv und so dynamisch agiert, dass man während der 85 Minuten die Realitäten um sich herum vergisst.

Wir werden übrigens den Teufel tun, und auch nur einen Track dieser Platte hervorheben, denn alle sieben dieser großartigen Musikbauwerke greifen ineinander und fungieren als großes TOOL-Monster. Mit Album Nummer fünf bleiben die Alternative-Progressive-Metal-Giganten definitiv weiter unangefochten auf ihrem Genrethron und werden jeden Fan und Musikliebhaber vollends begeistern!

TOOL „Fear Inoculum” (Sony Music/RCA) // VÖ: 30. August 2019
Tracklist: 01. Fear Inoculum // 02. Pneuma // 03. Invincible // 04. Descending // 05. Culling Voices // 06. Chocolate Chip Trip // 07. 7empest

Quelle: Credit: Travis Shinn