Das britische Krawalltrio um Fronter Keith Flint hat wieder den „On“-Knopf gedrückt, um sein sechstes Studioalbum 'The Day Is My Enemy' auf die Welt loszulassen. Man glaubt dabei gar nicht, dass bereits sechs Jahre seit ihrem letzten Hitalbum 'Invaders Must Die' verstrichen sind. Aber hier zeigt sich: Gut Ding will Weile haben. Denn in der Zeit haben sie ordentlich an ihrem Sound geschraubt und feuern dem Hörer auf ihrer neuen Platte zügellos die Electronic um die Ohren.

Heftige Dubs, biestige Breaks und wie gewohnt wutschnaubende Gesangsparts peitschen die 15 Tracks durch die Boxen. Der Dreher besitzt eine unglaubliche Energie, viel Rhythmik und trotz all der Aggressivität coole Melodien mit einem Mix aus Electronica, Big Beat, Electropunk, Acid House, Hardcore und einigen anderen Stilmutationen. Ein elektronischer Bandsalat ist es nicht, aber das verwundert nicht. Denn wenn jemand mit Sounds spielen kann, dann sind es The Prodigy. Auf dieser Platte werden einfach keine Gefangenen gemacht, wenn die Boys aus England es so richtig krachen lassen. Trotz all der neuen Spielereien bleiben sich die Jungs treu, was ihren Style angeht. Denn jeder Track, so explosionsartig er auch ist, klingt nach wie vor zu einhundert Prozent nach The Prodigy.



Dieses Mal sogar noch mehr nach den Abrissbirnen der 90er und Wuchtbrummen wie Firestarter. Und das, obwohl sie in der Gesamtheit sowohl noch eine ganze Ecke düsterer als auch bedrohlicher geworden sind. Tracks wie Nasty, Destroy oder Wall Of Death laden nicht zum gemütlichen Frühstück am See ein. Einen Anspieltipp wollen wir an dieser Stelle gar nicht geben, denn jeder Song hat seine Daseinsberechtigung auf diesem Dreher und seine ganz eigenen Stärken. Von Song eins bis zur letzten Nummer wird einfach nur genial der Musikwald abgeholzt, während das Trio sich zudem damit beschäftigt, seine Meinung zu diversen gesellschaftlichen Themen auszukotzen.

Es ist ein heftig energetisches Brutaloalbum geworden, das absolut in Richtung ihrer damaligen Erfolgsplatte 'The Fat Of The Land' geht. Diese elektronische Wutbombe ist schlussendlich ein echtes Brett für Fans, aber auch für all jene, die es jungfräulich und unvoreingenommen mit dieser extravaganten Band aufnehmen wollen. Feuer frei!

The Prodigy - The Day Is My Enemy (Vertigo/Universal Music) // VÖ: 27. März 2015
Tracklist: 01. The Day Is My Enemy // 02. Nasty // 03. Rebel Radio // 04. Ibiza [feat. Sleaford Mods] // 05. Destroy // 06. Wild Frontier // 07. Rok-Weiler // 08. Beyond The Deathray // 09. Rhythm Bomb [feat. Flux Pavilion] // 10. Roadblox // 11. Get Your Fight On // 12. Medicine // 14. Wall Of Death [Explicit] // 15. Rise Of The Eagles