Mit ihrer ersten Platte „Food Chain“ starteten Hase und Bär eine echte Überraschung im Post-Hardcore-Sektor. Nun mit dem neuen Dreher „A Liar Wrote This“ gibt es erstmalig weibliche Unterstützung am Mikro. Das wiederum bringt dem ganzen Soundgewand nicht nur mehr Vielseitigkeit, sondern auch eine weichere Seite. Das bedeutet, der Synthiepop bekommt einen noch höheren Stellenwert. Diese Kombination der beiden Extreme von Härte sowie seichten Klängen macht diese Band in ihrem Stil unschlagbar. Vor allem steigt der künstlerische Aspekt noch mal an, der ohnehin schon beim Vorgänger ziemlich hoch war.

Letztendlich ist es ein ziemlich cooler Mix aus außergewöhnlichen Screams, Shouts und cleanen Parts, die zu Synthesizer-Sounds und Post-Hardcore-Riffs tanzen. Das klingt jedoch nicht nach einem musikalischen, undurchsichtigen Durcheinander. Nein, das Duo bekommt es hin, seine 13 Tracks  harmonisch, vielseitig und vor allem extrem eingängig zu gestalten. Ein wirklich abgefahrener Musikritt mit rassigen Songs wie „Love, Trust and Compromise“, „Curtain Call“, „Lover's Touch“ oder „Somewhat Standards“.

Hatten die New Yorker mit ihrem letzten Album dafür gesorgt, überall auf der Welt gehört zu werden, kann man sich jetzt sicher sein, dass sie sich mit dem vorliegenden sechsten Album endgültig im Musikzirkus etablieren werden. Ihr Sound ist nicht nur erwachsener geworden, sondern noch eine Ecke variabler, was vor allem der Stimme von Haley Roback zu verdanken ist. Hier verewigen sich Hardcore und Pop auf einer melodisch-künstlerischen Soundwand. Ganz stark!

The Bunny the Bear - A Liar Wrote This - 24. Juli 2015 - Victory Records (Soulfood)
Tracklist: 1. Vows // 2. Love, Trust and Compromise // 3. Curtain Call // 4. Sick, Sad Eyes // 5. Empty Hands // 6. Lover's Touch // 7. Oblivion // 8. It's Not Always Cold In Buffalo (Revisited) // 9. Sleep Sequence // 10. Somewhat Standards // 11. Loose Lips // 12. Dead Leaves // 13. Motions