Wer kennt ihn in Deutschland nicht, diesen Paul Würdig oder besser bekannt als Sido. Der Berliner, der in den 2000ern mit seinem Label Aggro Berlin die Deutsch-Rap-Szene wie nur wenige andere aufmischte und prägte. Heute zählt er ohne Frage zu den besten deutschen Rappern und Entertainern. Was hat Sido seither nicht alles für erstklassige Megahits rausgehauen. Ob nun in seiner wilden Frühphase, wie auch in den letzten Jahren mit Platten wie „30-11-80“ „VI“ oder „Das goldene Album“.

Seit rund zehn Jahren hat sich Sido stetig weiterentwickelt und ist vor allem gereift. Passenderweise blickt er jetzt mit seinem neuen Best-Of-Album „Kronjuwelen“ auf eben jene musikalische Zeit zurück. Hörbar sind die Zeiten von Straßenrap lange vorbei. Heute produziert er massentauglichere Tracks, die mit tiefgründigen Themen oder auch ungemütlichen Aussagen immer wieder treffen, so wie früher. Das Beste aber ist, dass Sido immer Sido geblieben ist. Authentisch, unterhaltsam und stets auf qualitativ hohem Niveau agierend.

Das steht ihm gut, wie wir alle wissen und so feiern Rap-Fans ebenso wie weite Teile der breiten Masse seine Mucke. Darunter sind mittlerweile so Charthits wie „Astronaut”, „Einer dieser Steine“ oder „Bilder im Kopf”. Auf dem Doppelalbum finden sich natürlich diese Megakracher wieder, außer „Bilder im Kopf”, das er explizit für sein letztes Best Of geschrieben hatte.

An dessen Stelle rückt nun der komplett neue Track „Tausend Tattoos“, ein Song, der maßgeschneidert ist für dieses Best of mit der etwas anderen Wanderung in der Zeit zurück. Ebenfalls neu ist der Track „4 Uhr Nachts“ zusammen mit Haftbefehl sowie Kool Savas. Apropos Savas, aus dem genialem Kollaboalbum zwischen ihm und Sido sind „Jedes Wort ist Gold wert“ und „Neue Welt“ zu hören. Die Tracklist gefällt ohnehin, bildet sie doch einen tollen Zusammenschnitt der letzten Alben mit „Hamdullah“, „Löwenzahn“, „Maskerade“ oder „30-11-80“.

Klar kann man immer darüber streiten, ob es generell Best-Of-Alben braucht, gerade in Zeiten von Spotify und Co. Aber für Fans und Leute, die gerne etwas in den Händen halten, für Sammler oder einfach nur, weil man offline eine toll zusammengestellte Hit-Tracklist vom Künstler haben möchte, ergeben derlei Releases Sinn. Zumal man „Kronjuwelen“ auch in einer ganz besonderen Version käuflich erwerben kann.

Nämlich in der „Hinter der Maske Edition“ – einem Bildband des Fotografen Murat Aslan, der Sido seit der Frühphase seiner Karriere begleitet hat. Das streng limitierte Fotobuch beinhaltet neben einer tollen Bilderzeitreise auch die beiden Discs des Best-Of-Albums, wo auf der zweiten Disc übrigens 18 bisher nicht auf den Alben veröffentliche Gastauftritte von Sido enthalten sind.

Kurzum, egal ob in der normalen Fassung oder in der Fotobuchversion – diese Kronjuwelen sind nicht nur hochwertig, sondern auch eine lohnende Investition für jeden Rap- und selbstverständlich jeden Sido-Fan!

Sido „Kronjuwelen“ (Urban / Universal Music) – VÖ: 07.12.2018
Tracklist Disk 1:
01. Tausend Tattoos // 02. 4 Uhr Nachts (feat. Haftbefehl & Kool Savas) // 03. Jedes Wort ist Gold wert (Sido & Savas) // 04. Neue Welt (Sido & Savas feat. Lakmann) // 05. Hamdullah // 06. Masafaka // 07. Geuner // 08. Ja man // 09. Löwenzahn (feat. Olexesh) // 10. Ackan (feat. Dillon Cooper) // 11. Astronaut (feat. Andreas Bourani) // 12. Zuhause ist die Welt noch in Ordnung (feat. Adel Tawil) // 13. Zu Strasse // 14. Gürtel am Arm // 15 . Einer dieser Steine (feat. Mark Forster) // 16. Liebe // 17. Papa ist da // 18. 30-11-80 // 19. Maskerade (feat. Genetikk & Marsimoto) // 20. Geboren um frei zu sein

Tracklist Disk 2: 01. Richtung Para - Capital Bra // 02. Gheddo Reloaded - Fresh, Eko // 03. Pablo Picasso - Basstard // 04. Ganglove - Shadow030 // 05. Nie mehr broke - Mortel // 06. Schwitze im Bugatti - Olexesh // 07. Lieb's oder lass es - Genetikk // 08. Kein bisschen reifer - Pillath // 09. Job verloren - Banjo, Olli // 10. Aschenflug - Tawil, Adel // 11. Die Jungs dabei - Estikay // 12. Triumph - Kool Savas // 13. Männer weinen nicht - Adesse // 14. Die Nacht von Freitag auf Montag - SDP // 15. Blau - Amanda // 16. Eazy - B-Tight // 17. Der Kommissar // 18. Müde & Rastlos – Chefket

Quelle: Foto: Sido 2018 - Lennart Brede