Die Mailänder Vorzeige-Metaller von 'Lacuna Coil' gehen mit ihrem achten Studioalbum ‘Delirium’ an den Start und bringen eine nie dagewesene Härte mit. In ihren frühen Jahren eher dem düster-melancholischen Gothic Metal verbunden, erkennt man auf der neuen Scheibe intensivere Einflüsse des Nu Metal.

Schon der Opener ‘The House of Shame’ überrascht mit knallharten Elementen, sodass die Gehörgänge gewaltig ins Wackeln geraten. Songs wie ‘Broken Things’ und ‘Blood, Tears, Dust’ lassen erst überhaupt keine Ruhe einkehren und gehen gewaltig nach vorne. Das Titelstück ‘Delirium’ erinnert dann doch an ursprüngliche Gothic-Metal-Elemente, bildet damit auf diesem Album aber eher die Ausnahme.

Hervorzuheben ist die deutlich verbesserte Gesangsarbeit von Andrea Ferro, der sich mit gewaltigen Shouts und Growls durch die Songs pflügt. Eine Steigerung, die ihn auf der Scheibe auf Augenhöhe mit der wie immer zauberhaften Cristina Scabbia bringt. Der düstere und melancholische Anteil, der Lacuna Coil früher ausgemacht hat, ist nur noch selten zu hören, die brachialeren Stücke sorgen aber für einen gelungenen Ausgleich.

Für Fans der ersten Stunde wird ‘Delirium’ trotz der harten Ausflüge fernab des Ursprungsgenres keine Enttäuschung sein und mit Sicherheit zum Pflichtkauf werden. Für Neuinteressenten haben die Italiener eine Tür geöffnet. Der Weg zum Plattendealer ist jedenfalls zu empfehlen.

Lacuna Coil 'Delirium' (Century Media Records) – VÖ: 27.05.2016
Tracklist: 01. The House Of Shame // 02. Broken Things // 03. Delirium // 04. Blood, Teras, Dust // 05. Downfall // 06. Take Me Home // 07. You Love Me 'Cause I Hate You // 08. Ghost In The Mist // 09. My Demons // 10. Claustrophobia // 11. Ultima Ratio