Die britischen Ikonen des Heavy Metal haben einmal mehr von England aus übergesetzt und ihr neues Studioalbum „The Book Of Souls“ im Schlepptau. Dieses Mal sogar im Zweierpack, was insofern etwas Besonderes ist, dass es das erste Doppelalbum in der über 30-jährigen Bandgeschichte ist. Das waren bis dato immerhin satte 15 Langspieler seit der Debütscheibe „Iron Maiden“ von 1980. Der sechzehnte Dreher hat von den Tracks gesehen nicht mehr als viele Soloalben, nämlich elf an der Zahl. Dafür ist aber auch kein Track kürzer als fünf Minuten – das längste Stück, „Empire of the Clouds“, bringt stolze 18 Minuten auf den Zähler und ist inhaltlich eine kleine Metal-Oper mit Maiden-Wumms.

Generell zeigen Iron Maiden um Frontmann Bruce Dickinson einmal mehr wie man Geschichten bombastisch im Metal-Gewand erzählt. Mit "The Book Of Souls“ tun die Briten es so episch wie noch nie und das soll was heißen! Bruce bläht seinen Klangkörper richtig auf, um in bester Storyteller-Manier des Volkes Ohr zu erreichen. Daneben rauscht Riff an Riff der Zwillingsgitarren mit spektakulären Soli, die einen jedes Mal zurück in die Hochzeiten des Heavy Metals der 80er holen. Dabei vergisst die Band nicht, ihre progressiven Phasen mit einzubauen – und doch wirkt alles so harmonisch zusammenhängend. Ein echter Metal-Trip, der sich von Hördurchgang zu Hördurchgang immer mehr offenbart. Fans werden dabei schnell merken, dass man sich auf einer Zeitreise durch Maidens-Werke befindet, die aber sowohl herrlich frisch als auch energetisch gestaltet wird.

Auf dem Album ist einfach alles vertreten, was man sich als Anhänger wünscht. Hymnen wie der Opener „If Eternity Should Fail“, „The Red And The Black“ oder der Titelsong „Book Of Souls“, aber auch rockig freches Material wie „Speed Of Light“ oder „Empire Of The Clouds“. Egal, welches Lied man herauspickt, am Ende zählt das Hörerlebnis vom ersten bis zum letzten Track. Die Briten haben mit ihrem neuen Dreher ihren Ikonenstatus im Heavy Metal noch mal ausgebaut und es braucht schon ein kleines musikalisches Wunder, dieses 92-minütige, epische Brett zu schlagen. Deshalb bleibt die Heavy-Krone des Metals dort, wo sie auch vorher war: bei Iron Maiden – Up the Irons!

Iron Maiden „The Book of Souls“ (Parlophone/Warner) - VÖ: 4. Speptember 2015
Tracklist CD 1: 01. If Eternity Should Fall // 02. Speed of Light // 03. The Great Unknown // 04. The Red and the Black // 05. When the River Runs Deep // 06. The Book of Souls
Tracklist CD 2: 01. Death or Glory // 02. Shadows of the Valley // 03. Tears of a Clown // 04. The Man of Sorrows // 05. Empire of the Clouds