Fans von deutschen Rap-Acts können sich schon mal ins Sofa kloppen, die Anlage aufdrehen und zur neuen Genetikk-Platte den Chill- und Spaßmodus anwerfen. Eine der erfolgreichsten Rap-Crews der letzten Jahre zeigt auch auf ihrem fünften Album ‘Fukk Genetikk’ ein neues Gesicht, ohne dabei ihre Trademarks über Bord zu werfen. Eine Kunst, die Producer Sikk und Rapper Karuzo bestens beherrschen und auch deshalb immer wieder spannende Alben produzieren. So erfolgreich, dass ihre beiden letzten Dreher ‘D.N.A.’ sowie ‘Achter Tag’ beide Platz eins der deutschen Charts stürmten.

Auf ‘Fukk Genetikk’ geben die Jungs aus Saarbrücken abermals einen „Fukk“ auf ein Korsett oder Erwartungen. Es ist in erster Linie ein Spaßalbum, auf dem Karuzo alles ausposaunt, was ihm wohl so im Kopf herumspukte. Zu tollen Old-School-Hip-Hop-Klängen sorgen die Beats für gechilltes  Kopfknicker-Flair. Es ist ein vielschichtiges Album, in dem es mal schlicht um Kohle und Chicks geht, aber eben auch um Ernstes wie die Ausbeutung der Dritten Welt oder die Probleme im Nahen Osten.

Gesellschaftskritik ist ja eh fast immer Usus bei den Maskenjungs, auch wenn sie sich hier oftmals erst nach dem zweiten oder dritten Hören offenbart. Genau diese Vielseitigkeit macht diese Platte aus, die unter dem Strich aber dem Credo folgt, zu bespaßen, ohne ein wirkliches Konzept zu haben. Viele Features gab es dabei nicht, nur zwei, um genau zu sein. Eines mit dem New Yorker Rapper ASAP Nast und eines mit Joy Denalane.

Auch ohne besagtes Konzept funktioniert auf ‘Fukk Genetikk’ jeder Song. Das liegt natürlich an diesen grandiosen Beats und der mächtigen Delivery von Karuzo, der mit seiner rotzigen Stimme voll draufhält. Das ist Rap-Gaudi mit dem ausgestreckten Mittelfinger! Genetikk bieten eben eine gute Show und dieses Mal ganz ohne ein Hauptthema auf der Scheibe zu haben. Anspieltipps sind hier ganz klar die erste Single-Auskopplung ‘Peng Peng’, ‘TeenSpirit’, ‘Tote Präsidenten’, ‘Fukk Genetikk’ oder ‘Luzifer’ mit Joy Denalane. Fans bekommen hier am Ende des Tages ein dynamisches Album hingebrettert, das sich vor allem nach mehrmaligem Hören komplett offenbart. Alles richtig gemacht, Genetikk!

Genetikk ‘Fukk Genetikk’
(Selfmade Records/Universal) - VÖ: 02.12.2016

Tracklist: 01. Intro // 02. Peng Peng // 03. Jordan Belfort // 04. Cash oder Liebe // 05. TeenSpirit // 06. Fukk Genetikk // 07. Mata Cobra // 08. Tote Präsidenten // 09. C'est la fukkin' vie // 10. Trill // 11. Goyard // 12. Spicy Tuna // 13. Diamant // 14. Zombies (feat.A$AP Nast) // 15. Saint Laurent // 16. Luzifer (feat. Joy Denalane)