Refused sind Legenden des Post-Hardcores, die in den 90er Jahren mit nur drei Alben ein ganzes Genre beeinflusst hatten. Auf dem Höhepunkt ihrer Schaffensphase, mit ihrem Meilenstein „The Shape Of Punk To Come“, löste sich die schwedische Band 1998 zum Entsetzen aller Fans auf. Einer der Hauptgründe war der kommerzielle Erfolg, den die Truppe nie haben wollte. Refused sind halt alles, nur nicht Mainstream. Nun, geschlagene 17 Jahre später, feiern sie mit ihrem Studioalbum „Freedom“ ein Comeback mit Knalleffekt, nachdem es bereits 2012 die Reunion gab mit ersten Live-Auftritten.

Die vierte Platte der Schweden macht eigentlich nahtlos dort weiter, wo das Quartett um den charismatischen Frontmann Dennis Lyxzén aufgehört hatte. Nämlich mit einem unvergleichlich eigenen Refused-Sound, den man nicht kopieren kann. Auf den 14 Tracks des Drehers gibt es einen wilden Trip von unberechenbaren Wutausbrüchen hin zu ruhigen bedächtigen Tracks und wieder zurück. Dieser Twist zwischen Aggression und Melodie ist grandios und zeichnet die Band aus. Vor allem Dennis Lyxzén, mit seiner exzentrischen, unvergleichbaren Stimme, drückt jedem Titel den Stempel auf.

Ebenso muss man auf „Freedom“ kritische Texte nicht missen. Eine Prämisse, die der Band extrem wichtig ist. Ohne Kritik an Gesellschaft und Politik würde nicht ein Track das Studio verlassen. Es ist schon faszinierend, wie es Refused geschafft haben, diesen Spirit von damals ins Heute zu tragen. Das ist einfach intelligenter, musikalisch extrem vielschichtiger Post-Hardcore, der auf alle Formen des Mainstreams einen Haufen setzt. Um einen guten Überblick über dieses Werk zu erhalten, lohnen sich Tracks wie der Opener und die erste Singleauskopplung „Elektra“, „Old Friends / New War“, „Dawkins Christ“ oder „Useless Europeans“ als Anspieltipps.

Eines ist bei schlussendlich wie in Stein gemeißelt: Dieses Comeback ist mehr als geglückt, präsentieren sich die Schweden doch so kraftvoll und kreativ wie vor beinahe zwei Jahrzehnten. Es ist eine Platte, die frei von Schubladen sowie Zwangsjacken agiert und Fans hellauf begeistern wird. Refused sind zurück und steigen wie ein Phönix aus der Asche empor, um die Welt musikalisch ein wenig besser zu machen.

Refused „Freedom“ (Epitaph Records) – VÖ: 26. Juni 2015
Tracklist: 1. Elektra // 2. Old friends / new war // 3. Dawkins christ // 4. Frangafrique // 5. Thought is blood // 6. War on the palaces // 7. Destroy the man // 8. 366 // 9. Servants of death // 10. Useless europeans