Vor fünf Jahren, im Jahr 2013, galt das Trio um Lauren Mayberry, Iain Cook und Martin Doherty noch als verheißungsvoller Newcomer. Doch nach ihrem furiosen Debütalbum „The Bones Of What You Believe“ zogen Chvrches auf Anhieb eine Armee begeisterter Kritiker und Fans auf ihre Seite. Auch ihr zweites Werk „Every Open Eye“ wurde mit Lobshymnen überschüttet. Da aller guten Dinge drei sind, könnt ihr euch jetzt auf das dritte Studioalbum dieser einzigartigen Elektropop-Band aus Glasgow freuen. „Love Is Dead“ ist der Name des Drehers und hat 13 neue Tracks mitgebracht.

Auch dieses Mal gibt es wieder prächtig kraftvollen und derbe eingängig-verspielten Elektropop, den man noch eine ganze Ecke hörbarer weiterentwickelt hat, ohne dabei an ihrem Chvrches-typischen Sound rumzufummeln. Wie gewohnt erklingen die Synthieklänge herrlich drängend und wabern durch die Boxen. Entstanden ist ein bezaubernder Mix aus Indie Pop, Electronic, 80ies und Post Punk. Wobei alles am Ende auf dynamisch-träumerischen Indie Elektropop hinausläuft, den Sängerin Lauren Mayberry mit ihrer einzigartigen Stimme veredelt. Eine ganz besondere Mischung, die inklusive der abermals hohen musikalischen Qualität, Chvrches so einzigartig im gut gefüllten Becken des Synthie- und Elektropop-Genres machen.

Insgesamt ist „Love Is Dead“ ein atmosphärisches Werk geworden, das sicherlich weniger Ecken und Kanten als zu ihren Anfangstagen vorzuweisen hat. Glattgebügelt mögen nun böse Zungen behaupten. An manchen Stellen wird man tatsächlich an Imagine Dragons erinnert. Aber ernsthaft, wer die elektronischen Pop-Klänge entfalten lässt und die Platte nicht mal eben so nebenbei durchzimmert, wird schnell den Zauber ihrer Musik erkennen. Da verpasst man auch nicht die ernsten Lyrics, die Mayberry mit zerbrechlicher aber bestimmter Stimme ins Mikro haucht. Ihr findet eine Menge Songs mit ordentlich Harmonie, Melodie und Herz auf dem dritten Studiowerk. So wie dieses wunderschöne „Deliverance“, das sich Tief in die Gehörgänge frisst.

Auch „Forever“ oder „Never Say Die“ schlagen in diese Kerbe und Tracks wie „Miracle“, „Get Out“ oder „Heaven/Hell“ sind alles Lieder, die im Kopf hängenbleiben und definitives Hit-Potenzial besitzen. Aber entscheidet selbst, welches eure Favoriten sind. Eines ist sicher, mit „Love Is Dead“ gehen Chvrches nicht nur einen Schritt nach vorn, sondern klettern auch mehrere Stufen nach oben auf den Olymp des Indie- und Electropops!

Chvrches „Love Is Dead“ (Vertigo Berlin/Universal Music)) - VÖ: 25.05.2018
Tracklist:
01. Graffiti // 02. Get Out // 03. Deliverance // 04. My Enemy [feat. Matt Berninger] // 05. Forever // 06. Never Say Die // 07. Miracle // 08. Graves // 09. Heaven/Hell // 10. God's Plan // 11. Really Gone // 12. ii // 13. Wonderland

Quelle: Foto: Danny Clinch - Universal Music