Mit ihrer letzten Studioplatte „Fandigo“ erschufen Callejon eine beeindruckende Reinkarnation einer musikalischen Neuerfindung. Wurde vorher noch Metalcore-technisch rumgeholzt, als gäbe es kein Morgen mehr, erweiterten die Deutschen ihr musikalisches Spektrum und erschufen einen neuen Sound. Mit „Hartgeld im Club“ gibt es jetzt kein neues Album im eigentlichen Sinne, sondern nach „Man spricht deutsch“ ihr zweites Cover-Album. Und auf dem wird mal ordentlich abgerissen.

Euch erwarten 13 Tracks, auf denen die Jungs sich durch die Rap- und Hip Hop-Welt schlagen. Heißt, sie geben bekannten Deutschrap-Songs eine Metal-Frischzellenkur. Entstanden ist eine Platte mit Liedern, die fast jeder kennt, aber so noch nie gehört hat. Das mit reichlich Spaß in den Backen, wenn Callejon wieder zu Kallejon werden und Hits wie Marterias „Kids“, „Urlaub für’s Gehirn“ von K.I.Z. oder Deichkinds „Arbeit nervt“ überaus unterhaltsam den Metal-Mantel überwerfen.

Ja, auch Callejon zeigen, dass „Metal meets Hip Hop“ absolut funktioniert. Fette Beats und biestige Punchlines fusionieren hier nur allzu gut mit harten Riffs und keifenden Shouts. Vor allem, weil es die Jungs nur zu gut verstehen, sich bekannte Hooklines zu eigen zu machen. So entstehen Cover, die ohne Frage auch Callejon-Originale sein könnten. Eine Kunst, die sie wie eingangs erwähnt auch schon auf „Man spricht deutsch“ beherrschten. Richtig cool, dass die meisten Tracks mit der Metal-Infusion sogar noch eine Ecke melodischer klingen und zu echten Moshpit- sowie Pogo-Hits mutieren.

Zum Mitgrölen taugen sie dabei auch, wie zum Beispiel Alligatoahs „Willst Du“, Caspers „So perfekt“ oder „Palmen aus Plastik“ von Bonez MC & Raf Camora. Neben den zwölf Deutsch-Rap-Covern gibt es auch noch zwei brandneue Eigenkompositionen als Bonus obendrauf. Zum einen den Titeltrack „Hartgeld im Club“ zusammen mit Antifuchs und der talentierten Rapperin Pilz sowie „Porn from Spain 3“, auf dem Callejon die Anti-AfD- und Nazi-Keule schwingen. Das zusammen mit Rap-Superstar Ice-T sowie K.I.Z. – beide Tracks runden die Spaßplatte schlussendlich perfekt ab.

So gibt es mit „Hartgeld im Club“ eine schnittige und erfrischende Rap-Metal-Eskalation, mit der Callejon, verzeiht Kallejon, einmal mehr zeigen, dass sie nicht nur zur Spitze der Szene gehören, sondern auch echte Granaten darin sind, sich Hits von anderen Künstlern einzuverleiben und als Callejon-Kracher wieder auszuspucken! Glückwunsch, mehr davon!

Callejon „Hartgeld im Club“ (Century Media Records) - VÖ: 04.01.2019
Tracklist:
01. Von Party zu Party // 02. Schlechtes Vorbild // 03.  Kids (2 Finger an den Kopf) //
 04. Palmen aus Plastik // 05. Was Du Liebe nennst // 06. Willst du // 07. Arbeit nervt // 08. Urlaub fürs Gehirn // 09. So perfekt // 10. Bros // 11. Ich rolle mit meim Besten // 12. Hartgeld im Club (feat. Antifuchs & Pilz) // 13. Porn from Spain 3(feat. K.I.Z & Ice-T)

Quelle: Foto Credit: LukasRichter