Lasst die Matte rotieren! Arch Enemy schwingen wieder den Melodic-Death-Metal-Hammer und der schlägt mit noch mehr Dynamik zu als gewohnt. Die neue Platte heißt ‚Will To Power’ und da ist der Titel Programm. Auf dem zweiten Studioalbum mit sexy Frontröhre Alissa White-Gluz gibt es nicht nur ein echtes Metal-Brett, sondern auch melodische Abwechslung. So traut sich Alissa noch mehr zu als bei ihrem persönlichen Arch-Enemy-Debüt ‚War Eternal’. Aber keine Sorge, es werden immer noch ordentlich die Growls und Screams ausgepackt.

Hier gibt es richtig Zuckerbrot und Peitsche, wobei das Zuckerbrot ordentlich geschwärzt wurde. Den durchgängigen Abriss muss man also nicht missen, er erfolgt nur einen Tacken melodischer als zuvor. In Bezug auf die hohen Erwartungen nach der brillanten Schlachtplatte ‚War Eternal’, kann man Arch Enemy zu diesem Nachfolger nur gratulieren. Denn die haben sie ohne Frage erfüllt – mit einem Dreher, der sich abermals auf höchstem Niveau bewegt. Alissa White-Gluz und ihre Jungs erweitern ihre bockstarke Basis auf ‚Will To Power’ mit reichlich Kreativität. So packt man direkt nach dem atmosphärischen Instrumental-Intro die diabolische Abrissbirne mit ‚The Race’ aus.  Da brennen die Drums und die Riffs preschen einem mit groovender Melodie entgegen. Generell gibt es die ganze Scheibe hinweg das typische Arch-Enemy-Riffing mit diesen prägenden, versierten Soli.

Das macht Laune, ebenso wie ‚Blood The Water’. Ein echtes Death-Metal-Monster, wie auch ‚The World is Yours’: Songs, die Hits wie  ‚Nemesis’ und  ‚War Eternal’ in nichts nachstehen. Positiv fällt auf, dass Alissa mit ihrem Gesang wesentlich variantenreicher zu Werke geht und jedem Track mit ihrem stimmlichen Brandzeichen versieht. Die Überraschung des Albums gibt es ohne Frage mit dem Song ‚Reasons To Believe’, wo Alissa mit ihrem Klargesang Arch Enemy eine neue Seite verleiht, die aber zu hundert Prozent zum Album und zur Band passt. Ganz starkes Stück! Ansonsten feuert die Platte mit richtig fetzigem, wütendem und groovendem Melodic Death Metal um sich: mit Songs wie ‚Murder Scene’, ‚The Eagle Flies Alone’, ‚First Day In Hell’ oder der epischen Hymne ‚A Fight I Must Win’.

Es sind insgesamt 13 Tracks, die ohne Umweg in die Birne brettern, die Metal-Motorik anwerfen und jedem Fan ein breites Grinsen ins Gesicht zimmern. Mit ‚Will To Power’ haben Arch Enemy noch eine Schippe zugelegt und präsentieren einen abwechslungsreichen, harten aber zu jeder Zeit melodischen Metal-Giganten. Ein Album, mit dem sie abermals den Genrethron erklimmen – salutiert und hoch die Devilhorns!

Arch Enemy ‚Will To Power’ (Century Media) VÖ: 08. September 2017
Tracklist:
01. Set Flame To The Night // 02. The Race // 03. Blood In The Water // 04. The World Is Yours // 05. The Eagle Flies Alone // 06. Reason To Believe // 07. Murder Scene // 08. First Day In Hell // 09. Saturnine // 10. Dreams Of Retribution // 11. My Shadow And I // 12. A Fight I Must Win // 13. City Baby attacked by Rats

Quelle: Photo Credit: Katja Kuhl