Freunde der Nordmänner Amon Amarth aufgemerkt, das schwedische Wikinger-Schlachtschiff schippert wieder mal in den Hafen der Metal-Welt. Und die Besatzung um den keifend grollenden Johan Hegg hat sich „Attacke“ auf ihre Fahnen gepinselt. Das kann man auf ihrem mittlerweile elften Studioalbum „Berserker“ von der ersten Minute an hören. Mit ihren zwölf neuen Melodic-Death-Metal-Nordmannsliedern heißt es klotzen, nicht kleckern – und das zum Wohle eines jeden Fans der Schweden.

Bereits mit dem Vorgänger „Jomsviking“ legten sie neue epische Feuer, die auch auf dieses Album übergegriffen haben. So vereint sich einmal mehr ihre majestätische Härte mit supereingängigen, kurzweiligen Arrangements. Gut, Die-Hard-Altfans ist das alles wohl immer noch zu sehr Festzelt-Metal zum Mitgrölen, aber die große Mehrheit feiert die weitaus melodischere Gangart im Vergleich zu früher.

Wobei Sänger Johan Hegg so kräftig ins Horn bläst wie eh und je. Richtig zackig gehen hier übrigens all die Mörderriffs und grenzgeilen Soli um, die auf grandiose Weise die Stile von Viking Metal, Melodic Death Metal und Heavy Metal vereinen. Das bringt hörbare Abwechslung, Wucht und Kurzweil auf die Platte. Auch wenn Amon Amarth durchweg ihre Trademarks ausspielen und am Ende doch ein typisches Album der Stockholmer im Player rotiert.

Davon ab erfreut man sich an einer höheren Schlagzahl der Uptempo-Tracks. So startet die Scheibe mit der Drachen-Hymne „Fafner’s Gold“ samt einer akustischen Einleitung, bevor das große Tempogewitter losbricht inklusive Killer-Refrain. Dynamisch mit reichlich Power wälzen sich auch „Shield Wall“, „Skoll and Hati“ oder „Wings of Eagles“ durch die Boxen. Super catchy präsentiert sich überraschend „Mjölner, Hammer of Thor“ mit kräftigem Alternative-Einschlag.

Am Ende überzeugen Amon Amarth mit ihrem charakteristischen Sound und diesen biestiggeilen Riffs, aber auch mit neuen Wikinger-Hymnen und Ohrwurm-Refrains auf einem erfrischend schnellen Dreher. Kurz, ein würdiger Nachfolger auf das phänomenale „Jomsviking“, weshalb alle Fans die Trinkhörner und Devilhorns freudig in die Höhe recken dürfen!

Amon Amarth „Berserker“ (Sony Music) // VÖ: 03. Mai 2019
Tracklist:
01. Fafner's Gold // 02. Crack the Sky // 03. Mjölner, Hammer of Thor // 04. Shield Wall // 05. Valkyria // 06. Raven's Flight // 07. Ironside // 08. The Berserker at Stamford Bridge // 09. When Once Again We Can Set Our Sails // 10. Skoll and Hati // 11. Wings of Eagles // 12. Into the Dark