Deutschrock ist mittlerweile zu einer Nische verkommen, die es in Zeiten von Weichspül-Pop und Elektro-Gedudel schwer hat, sich in den Charts durchzusetzen. Doch es gibt auch echte Perlen abseits der Top Ten wie etwa das neue Album der Rhein-Rocker von ‚Massendefekt’, das auf den Namen „Zwischen gleich und anders“ hört.

‚Massendefekt’ - das sind Clausi, Sebi, Mike und Alex, die bereits mit ihrer letzten Scheibe „Tangodiesel“ einen echten Überraschungshit auf die Beine stellten, das zum Release sogar das zeitgleich erschienene Metallica-Album den Rang ablief. Nach einer ausgiebigen Tour mit jeder Menge ausverkauften Konzerten, verschanzten sich die Musiker aus dem niederrheinischen Meerbusch im Studio, um einen weiteren Meilenstein der Bandgeschichte zu setzen. Aber ist dies gelungen?

„Zwischen gleich und anders“ befasst sich mit Themen, die jeder Mann kennt. Egal ob es Erinnerungen an alte Zeiten sind, verflossene Liebschaften oder aber blanke Abscheu gegenüber TV-Formaten wie das ‚Dschungelcamp’. Die Rocker lassen kein Thema aus und sprechen dabei Klartext, wie wir Männer es halt machen. Aber nicht nur deshalb ist das Quartett in den letzten zwei Jahren zu einer echten Größe der deutschen Rockszene gereift. Es sind die Melodien, die eingängigen Riffs und diese Refrains, die man selbst nach dem zehnten Bier mit Kumpels noch mitsingen kann. Eine Eingängigkeit, die es schafft, dass auch dieses Mal wieder einige Songs nicht mehr aus den Hirnwindungen verschwinden wollen wie zum Beispiel die unglaubliche Hymne „Es war schon immer so“.

Dabei ist das aktuelle Album einen Ticken weniger zugänglich, als es die Vorgänger waren. Man benötigt durchaus ein oder zwei Versuche, bis man sich reingehört hat. Doch dann zündet die Rock-Bombe, die eine gute Platte von einer sehr guten unterscheidet. „Zwischen gleich und anders“ ist kein Album für Alufoliengriller oder Vorwärtseinparker. Es ist ein Werk für echte Kerle, die einfach auf gute Musik stehen, gerne abrocken oder einfach nur mit Kumpels auf einer Party grölen wollen. Unser Musik-Tipp der Woche!

Tracklist:
01. Singend durch die Hölle // 02. Stadt der Engel // 03. Ich warte // 04. Es war schon immer so // 05. Wenn es brennt // 06. Tanz im Nebel // 07. Zwischen gleich und anders // 08. Prominent // 09. Wenn es losgeht // 10. Endlosschleifen // 11. In den Trümmern // Bonustracks: 12. Schaut mich an // 13. Frei von Dir // 14. Rockstar

Foto: Massendefekt / Broken Silence