Die Foo Fighters gehören seit Jahren zu den Top Acts im Rockbusiness. Die Band um Ex-Nirvana-Drummer Dave Grohl blickt auf sieben Studioalben und Hits wie „The Pretender“, „All my Life“ oder „Best of You“ zurück. Auf dem Papier ist dieser Erfolg nur schwer zu toppen, wobei das nie wirklich an erster Stelle der Truppe stand. Das wird mit ihrem achten Werk „Sonic Highways“ besonders deutlich. Wobei man ehrlich gesagt nach dem sehr ruppigen Album „Wasting Light“ gar nicht erahnen konnte, wohin die Reise geht.

Sei es drum, mit ihrer neuen Schreibe haben sich die Foo Fighters definitiv auf einen anderen Highway begeben und der führt zu mehreren Zielen. Ihre acht Tracks sind nach einer Reise quer durch die USA entstanden. Genauer gesagt wurde jeder der neuen Songs sowohl in einer anderen Stadt und demnach auch in einem anderen Studio aufgenommen. Gar nicht mal unklug, dass die Band diesen Musiktrip mit einer TV-Dokumentation begleitet hat. Musikalisch bedeutet dies acht sehr unterschiedliche Lieder, die aber nie den typischen Fighters-Charme vermissen lassen. Allerdings werden Fans sich dran gewöhnen müssen, dass keine großen Arena-Melodien benutzt wurden. Auch typische catchy Rocksongs, die jede Radiocharts erstürmen könnten, findet man auf den ersten Blick nicht. Jetzt werden einige sicher sagen, dass die Band einen deshalb am Allerwertesten küssen kann, aber halt! Ruhig Blut, hört euch die Platte an. Ein, zwei, drei Mal – und die Songs entfalten ihren Charme.

Die Scheibe hat nämlich in jedem Fall mehr Tiefgang und ein breiteres Spektrum an musikalischen Einflüssen. Auf echt knackige Gitarrensoli muss man dabei nicht verzichten. Dazu gibt es aber einen bunten Mix aus punkigen Parts, Shoegaze-Riffs, Akustikgitarren, satten West-Coast-Rock sowie Streicher! Das alles wird verbunden mit dem unverkennbaren Gesang Dave Grohls und schon hat man einen anders, fremdartig-wirkenden Dreher vorliegen. Trotz allem bleibt es wie gesagt ein hörbares Foo-Fighters-Werk. Es ist eine gewachsene wie erwachsene Platte mit intelligenten Arrangements sowie tollen Tracks wie „The Feast And The Famine“, „Outside“ oder „I Am A River“. Wer in dieses Album eintauchen kann und sowohl Hirn als auch Seele öffnet, bekommt ein sehr abwechslungsreiches sowie spannendes Werk präsentiert, das zwar anders, aber ziemlich geil rockt! Unser Musiktipp der Woche!

Tracklist:
1. Something From Nothing // 2. The Feast and The Famine // 3. Congregation // 4. What Did I Do?/God As My Witness // 5. Outside // 6. In The Clear // 7. Subterranean // 8. I Am A River