20 Jahre Bandbestehen müssen gefeiert werden. Wie geht das besser als mit einem neuen Studioalbum? Gesagt und umgesetzt – die Düsseldorfer Punkrocker gehen mit „Noir“ an den Start, um auch nahtlos an die Erfolge des Vorgängers „Santa Muerte“ anzuknüpfen.

Eines vorweg, wir werden sicher nicht auf den sinnlosen Diskussionszug um Kommerz und Punk aufspringen, der mit der neuen Broilers-Platte ganz sicher einmal mehr ausgerufen wird. Denn das Quintett aus dem Rheinland ist keine kleine Oi-Punk-Band mehr, wie noch zu Anfangszeiten. Und das ist auch gut so! Denn sie selbst haben diesen Weg in eine kommerziellere Zukunft vor Jahren kommentiert und beschritten. Der letzte Dreher „Santa Muerte“ gab ihnen dann in allen Punkten recht.

Nun also „Noir“ – ein Album, mit dem die Truppe um Sänger Sammy Amara den nächsten Schritt in Richtung massenkompatibles Erfolgsalbum gehen will. Diesen Pfad bestreiten die Broilers mit einem eigenständigen Sound, der sie wirklich aus der Masse hebt und der einen mordsmäßigen Wiedererkennungswert besitzt. Auch auf ihrem sechsten Studiowerk bilden Punk- und Streetrock die Basis, wobei Musikstile wie Rockabilly, Reggae und Ska einfließen.

Sie erzählen dabei tiefgründige Geschichten, die alles andere als platte Dumpfbacken-Charttexte liefern. Neben dem feinsinnigen Songwriting sind es diese mächtigen Melodien mit ihren Refrains, die sich allesamt ins Hirn brennen. Einige der Songs wirken recht pop-rockig und besitzen enorme Radiotauglichkeit. Schlussendlich macht es jedoch die Mischung. „Noir“ beinhaltet Hits wie „Ist da jemand“ oder „Zurück in Schwarz“, Ohrwürmer mit „Nur nach vorne gehen“ und „Ich brenn“, eine tolle Akustikballade mit „Wo bist du, du fehlst“ oder dem Feierlied „Nanana (Ich krieg das hin)“.

Letzten Endes ist es ein sehr druckvolles und abwechslungsreiches Album, auf dem jeder der 16 Songs einen eigenen Charakter besitzt. Eine Platte, die punkrockig fetzt und zum anderen auch melancholische Töne anschlägt. Immer glaubwürdig und voller Leidenschaft! Ein modernes Punkrock-Schwergewicht, das ganz sicher nach weiteren Erfolgssternen greifen wird! Unser Musik-Tipp der Woche!

Tracklist:
01. Ist Da Jemand?
02. Zurück In Schwarz
03. Wo Es Hingeht
04. Nur Nach Vorne Gehen
05. Ich Hol' Dich Da Raus
06. Die Hoffnung Stirbt Nie
07. Wo Bist Du (Du Fehlst)?
08. Ich Brenn'
09. Nanana (Ich Krieg' Das Hin)
10. Ich Will Hier Nicht Sein
11. Die Letzten (An Der Bar)
12. Grau, Grau, Grau
13. Der Rest Und Ich
14. Irgendwo Dazwischen
15. Das Da Oben (Nur In Dir)
16. Gutes Leben