Jedes Mal, wenn sich irgendwo ein tragisches Ereignis unter Jugendlichen abgespielt hat, sei es nun ein Amoklauf oder Selbstmord, trägt nach Maßgabe bestimmter Personenkreise immer mindestens eines von drei Dingen daran die Schuld: 1. Videospiele, 2. Drogen, 3. Irgendeine Form von extremer oder Untergrundmusik. Diese Beschuldigungen sind unvermeidbar und liegen in der Natur der Sache, weil sie vermeintlich rasche und einfache Erklärungen für unvorstellbare Taten bieten.

Dass die üblichen mit-dem-Finger-Zeiger Unrecht haben, was die Videospiele angeht, haben wir hier vor einiger Zeit ja gepostet. Nun kommt die nächste Studie, die den Ewiggestrigen den Wind aus den Segeln nehmen sollte: Denn Hardrock und Metal machen keineswegs aggressiv, wie oftmals behauptet – nein, sie entspannen ihre Fans.

Wer Metal hört ist entspannt!
Das hat eine australische Untersuchung nachgewiesen. Bei der setzte man die Probanden unter Stress, um sie daraufhin entweder zehnminütiger Ruhe auszusetzen oder sie zehn Minuten mit von ihnen selbst ausgewählten harten Klängen zu beschallen. Die Studienbeauftragte Leah Sharmann dazu:

„Die Ergebnisse zeigen, dass die Reizbarkeit, Feindseligkeit sowie der Stress der Probanden zurückging, sobald ihre bevorzugte extreme Musik auf sie einwirkte – interessanterweise waren sie dafür umso inspirierter. Interessant ist auch, dass die Hälfte der metalhörenden Testpersonen sich harte Musik auswählte, die sich inhaltlich mit Themen wie Frust oder Aggression auseinandersetzt, während die andere Hälfte der extremen Musikfraktion sich für Themen wie Isolation oder Depression entschied.“

Die Musik wird also nicht nur konsumiert, sie hilft Fans harter Klänge aktiv dabei, sich Stress und Belastungen im wahrsten Wortsinn aktiv aus ihrem System zu blasen. Die Folge: Metalfans sind entspannt – die harten Klänge beugen Stress vor.