Eine Gruppe Menschen, welche mit wehendem Haar einer Band auf der Bühne huldigt, mutet auf den Uneingeweihten vermutlich etwas seltsam an. Man muss schon zur Headbanging-Fraktion gehören, um diese Form des ... ähm ... Tanzens? ... verstehen zu können. Ein vermeintlich harmloses Hobby? Mitnichten! Neben der Tendenz, zum Satanisten zu mutieren, der morgens Hühnern den Kopf abbeißt und nachts auf Friedhöfen den Teufel beschwört, kann Headbanging eine Hirnblutung zur Folge haben.

So geschehen bei einem Motörhead-Konzert, wie Ärzte der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) herausfanden. Zunächst waren die Neurochirurgen ratlos, konnten sich die Blutung zwischen Hirnoberfläche und dem Schädelknochen im Falle eines 50-Jährigen nicht erklären, da dieser weder von einem Unfall, noch von einem Schlag auf dem Kopf oder Derartigem zu berichten wusste. Erst nach intensiver Befragung kam heraus, dass der Mann vier Wochen zuvor ein Konzert der britischen Heavy-Metal-Institution besucht hatte und dort eben ordentlich die Mähne durch die Luft hat sausen lassen.

Hierbei handelt es sich allerdings um den ersten beschriebenen Fall dieser Art, der aufzeigt, dass man durch Headbanging ein sogenanntes chronisches subdurales Hämatom erleiden kann. Derartiges geschieht also wenn überhaupt nur extrem selten. Häufiger dokumentiert sind dagegen Gefäßverletzungen im Kopf, Schleudertraumata, der Bruch von Halswirbeln sowie Verletzungen der Atemwege.

Neurochirurg Ariyan Pirayesh weiß Heavy-Metal-Fans jedoch gekonnt zu beruhigen:
„Wir wollen keineswegs vorm Headbangen warnen oder gar die Musik verteufeln. Der Vorfall unterstützt vielmehr Motörheads Ruf als einer der härtesten Rock 'n' Roll-Acts der Welt.“

Die Verletzungsgefahr bei Kopfbewegungen, die auf 200 Beats pro Minute getaktet sind, sei nun mal größer, als beim Wippen zu klassischer Musik.

Und so kam es vor 20 Jahren tatsächlich zu einer tödlichen Verletzung, als ein 28-Jähriger während eines Aerosmith-Konzertes äußerst unglücklich mit einem anderen Fan zusammenstieß. Doch auch hier ist nur ein Fall dieser Art bekannt. Metaller dürfen also weiterhin unbesorgt die Windmühle machen.

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