Der Eurovision Song Contest ist in aller Munde – doch wer unser Heimatland in dem Wettbewerb vertreten soll, damit ist beileibe nicht jeder einverstanden. Die ARD will ihre Zuschauer lediglich über den Song entscheiden lassen, den Interpreten hingegen setzt sie dem deutschen Publikum vor: Xavier Naidoo soll für Deutschland nach Schweden – eine gewagte Entscheidung, bei der viele Kritiker auf die Barrikaden gehen.

Doch nicht nur, weil der Soulbarde aus Mannheim und seine vor religiösen Allegorien triefenden Weichspül-Arien nicht jedermanns Sache sind – auch seine politische Gesinnung ist dieser Tage immer wieder im Gespräch. Naidoo trat auf Montagsmahnwachen auf und vertritt Thesen, denen zufolge Deutschland kein autonomer Staat, sondern eine Vasallenregierung, eine „GmbH“ der USA sei.

Seine umstrittenen Äußerungen haben Kobra, so Naidoos Bühnenname, viel Gegenwind eingebracht. Eine entsprechende Onlinepetition (Link) verlangt jetzt, Naidoos Teilnahme an dem Wettbewerb zu widerrufen. Doch auch die Fans der Bochumer Band „Die Kassierer“ haben ratzfatz eine Onlinepetition (Link) ins Leben gerufen – und fordern darin auf, lieber ihre Idole zu dem traditionsreichen Wettbewerb zu schicken. Das Argument: „Die Kassierer erfreuen seit vielen Jahren die Menschen mit ihrer Musik. [...] Und im Gegensatz zu einem anderen Musiker, den die ARD zum ESC schicken will, glauben sie weder daran, dass Deutschland eine GmbH ist, noch, dass das Land besetzt ist. Wer nicht mit einer Tüte auf dem Kopf herumlaufen möchte, weil Xavier Naidoo beim ESC auftritt, sollte diese Petition unterschreiben.“

Die Kassierer haben zwischenzeitlich auch reagiert. Die Antwort von Oberkassierer und Bühnen-FKK-Vorreiter Wolfgang „Wölfi“ Wendland ließ nicht lange auf sich warten:
[...] Nach den Pleiten der vergangenen Jahre sind wir uns sicher, auch auf einer internationalen Bühne punkten zu können. Wir haben eine ausgefeilte Bühnenshow und beherrschen perfekt die unterschiedlichsten Musikstile. [...] Wir sind uns sicher, den Schlagersänger Xavier Naidoo schlagen zu können, der für das Deutsche Reich antreten wird und sich mit Österreich ein spannendes Rennen um den letzten Platz liefern wird."

Mann.tv findet: Eine bierselige Hymne wie „Das Schlimmste ist, wenn das Bier alle ist“ mag kein musikalisches Hochkulturgut sein, ist aber wenigstens ehrlich und bodenständig.