Reggae-Band muss Auftritt abbrechen: Zuschauer klagen über Unwohlsein wegen „kultureller Aneignung“ – Derzeit sorgt ein Vorfall bei einem Konzert der Band Lauwarm für reichlich Wirbel, wütende Diskussionen und Fassungslosigkeit. So mussten die Mundart-Musiker ihr Konzert in der Brasserie Lorraine in Bern frühzeitig abbrechen, da sich Zuschauer über die Band beschwert hatten. Demnach klagten einige Gäste über Unwohlsein.

Hervorgerufen durch die fünf Musiker, da sie als weiße Männer, einige mit Rastafrisuren, auf der Bühne standen und unter anderem Reggae spielten. Nach einer kurzen Pause der Band brach der Veranstalter das Konzert plötzlich ab aufgrund des erwähnten „Unwohlsein[s] mit der Situation“ einiger Konzertgäste. Die Verantwortlichen der Brasserie erklärte im Nachhinein den Konzertabbruch min einer Stellungnahme:

Band sei nicht dazu berechtigt, Reggae zu spielen

„Während des Konzerts kamen mehrere Menschen unabhängig voneinander auf uns zu und äußerten Unwohlsein mit der Situation. […] Es ging dabei um die Thematik 'kulturelle Aneignung'. Nach einem Gespräch mit der Band haben wir uns zusammen dafür entschieden, das Konzert abzubrechen.“

Der Vorwurf, dass die Band nicht dazu berechtigt sei, Reggae zu spielen, sorgte im Nachgang dann im Netz für reichliche Diskussionen. Derweil entschuldigten sich die Veranstalter der Brasserie „bei allen Menschen, bei denen das Konzert schlechte Gefühle ausgelöst hat.“ Man entschuldigte sich auch dafür, sich nicht genug mit dem Thema auseinandergesetzt zu haben.

„Sensibilisierungslücken“

Der Veranstalter in seiner Stellungnahme weiter: „Unsere Sensibilisierungslücken und die Reaktion von vielen Gästen auf das Abbrechen des Konzertes haben uns wieder einmal gezeigt, dass das Thema emotional geladen ist und wir zusammen reden und einander zuhören müssen.“ Die Musiker von Lauwarm selbst waren darüber „überrascht und entsetzt.“

Dem Schweizer Newsportal „20min.ch“ sagte Band-Leader Dominik Plumettaz: „Ich habe von kultureller Aneignung noch nie gehört, ich wusste gar nicht, was das ist. Wir waren zuvor noch nie mit diesem Vorwurf konfrontiert. […] Wir sind keine Rassisten. Ich habe Vorfahren aus Afrika. Einer in unserer Band, der Dreadlocks hat, hat eine dunkelhäutige Frau und ganz viele Freunde aus afrikanischen Ländern. Uns Rassismus und Diskriminierung vorzuwerfen, ist daneben.“

Quelle: focus.de