Wer liebt sie nicht, die Wikinger. Diese trinkfesten, heroischen Mannen aus dem hohen Norden. Wenn solche Kerle dann bewaffnet mit Trinkhörnern und Instrumenten mit ihrem Langschiff in unsere Lande segeln, gibt es zumindest unter Metallern kein Halten mehr.

Amon Amarth sind seit dem 21. Juni 2013 wieder unterwegs, um mit ihrer neuen Platte „Deceiver Of The Gods“ ein unverbrauchtes Melodic-Deathmetal-Feuer zu legen. Das neunte Studioalbum der Schweden zündet von der ersten Minute an und fackelt während der zehn Tracks alles nieder, was ihm in die Quere kommt.

Bereits der Vorgänger „Surtur Rising“ zeigte in Ansätzen, wohin die Reise soundtechnisch gehen sollte. Nun sind Amon Amarth an ihrer nächsten Station angekommen und präsentieren einen satten Sound, geschliffenen Gesang und ein frisches Konzept. Man setzt zwar weiterhin auf erprobten Melodic Death, der aber grandios mit Thrash- und Heavy-Metal unterfüttert wird.



Das generiert majestätische Härte in ihrem abwechslungsreichen und komplexen Songmaterial. Sänger Johan Hegg bläst heftig ins Horn, die Mörderriffs- und Soli sind scharf wie eine Doppelaxt und der Donner der Drums bringt jeden Fjord zum Überschwappen. Diese hart-melodische Harmonie ist auch ein Verdienst von Produzent Andy Sneap, der bereits mit Machine Head oder Exodus gearbeitet hat.

Am Ende katapultiert sich „Deceiver Of The Gods“ ohne Zweifel an die Spitze und nimmt mit seinem intelligenten Viking Death einmal mehr Platz auf dem Genrethron. Der Mut, sich neu zu erfinden oder zumindest prägnante Weichen zu stellen, ohne auf ihre Wurzeln zu verzichten, macht das neue Werk von Amon Amarth zu einem echten Highlight im Musiksektor der wikingischen Trinkhorn-Metaller!

Anspieltipps: Father Of The Wolf, Shape Shifter, We Shall Destroy, Coming Of The Tide, Warriors Of The North