Hurra, die Kalifornier um Davey Havok sind wieder da. Ganze vier Jahre hatten sich AFI  Zeit gelassen, um neues Material auf Platte zu pressen. Wir klammern hier mal die 2018er EP „The Missing Man“ aus. Das neue Baby hört auf den Namen „Bodies“ und präsentiert eine tolle Mischung aus verschiedenen alten sowie neuen AFI-Sounds.

Somit gelingt es der Band, sich musikalisch auch nach 30 Jahren immer noch neu zu erfinden. Auch wenn es auf dieser Platte nicht so extrem ausgefallen ist. So springt „Bodies“ irgendwo zwischen den Vorgängeralben „Burials“ und „The Blood Album“ herum, packt in einzelne Songs aber immer wieder etwas Melancholie und erschafft auf diese Weise ein Werk, das zwar durch Genres wandert, aber in jedem Ton nach AFI klingt.

Natürlich auch, weil Davey Havoks mit seiner unverwechselbaren Stimme jeden Song mit dem AFI-Trademark kennzeichnet. Da wird es auch nicht langweilig bei den elf neuen Songs.  Alteingesessene Fans werden hierbei, wie zuvor auch, den Punk der Vergangenheit nur in Ansätzen hören, dafür aber rocken die Jungs auf ihre ganz eigene Art und Weise durch die Platte. Generell haben sich AFI schon lange von lästigen Genreketten befreit.

Daher stellt euch auch auf Platte Nummer elf auf eine packende Reise durch amerikanischen Alternative Rock mit hervorblitzender jugendlicher School’s-Out-Attitüde ein, die auch gerne mal in den New Wave abdriftet. Letzten Ende ist „Bodies“ ein erfrischend abwechslungsreiches Album, das sich neben rockigen Tracks auch Zeit lässt, ruhige Töne anzuschlagen.

Zu den Highlights der Platte zählen sicherlich Tracks wie der Opener „Twisted Tongues“, „On Your Back“, „Begging For Trouble“, „Death Of The Party“ oder das furiose „No Eyes“. Ausnahmslos alle Tracks erzeugen einen coolen Vibe und verleihen der Platte eine immense Eingängigkeit. Wer mit der Zeit gegangen ist und dem US-Quartett immer die Stange gehalten hat, dürfte auch schnell mit diesem Album warm werden.

Letzten Endes zaubern AFI einmal mehr einen Dreher aus dem Hut, der die immense Kreativität der Band zeigt. Es ist aber auch ein Album, das trotz all der mutigen musikalischen Facetten die Seele nie verliert. Eine wunderbar rockende AFI-Platte, die sich lange im Ohr festsetzt.

AFI „ Bodies” (Rise Records) // VÖ: 11.06.2021
Tracklist:
01. Twisted Tongues // 02. Far Too Near // 03. Dulcería // 04. On Your Back // 05. Escape From Los Angeles // 06. Begging For Trouble // 07. Back From The Flesh // 08. Looking Tragic // 09. Death Of The Party // 10. No Eyes // 11. Tied To A Tree