30 Jahre später und durch Social Media: Achim Reichels „Aloha heja he“ erobert China – Es ist ein Erfolg, der am meisten wohl den Interpreten selbst überrascht: Eine Vielzahl der Deutschen älteren Semesters dürfte vermutlich den Partyhit „Aloha heja he“ kennen. Ein Schlager, der seinerzeit vor 30 Jahren ganze Feten und Zelte zum Mitgrölen anregte. Seefahrerromantik von Sänger Achim Reichel. Nun ist der Song in China förmlich explodiert und dort die Nummer eins. Das verdankt er den sozialen Medien.

Genauer: einem Dienst namens DouYin, dem chinesischen Äquivalent der Kurzvideo-Smartphone-App TikTok. Es war ein Nutzer namens (übersetzt) „Mitschüler Zhang“, der seinen Alltag in solchen Kurzvideos festhielt: Zähneputzen, Kochen, Aufstehen oder durch die Gegend fahren. Gegend, davon gibt es in den Videos des Nutzers aus dem Nordosten Chinas viel, er lebt auf dem Land, in einem alten Haus ohne Wasseranschluss.

Der Mann in seinen Dreißigern hat großen Erfolg mit seinen Videos:

Über 16 Millionen Nutzer folgen ihm auf DouYin. Und: Er protokolliert sein Leben zu den Klängen von „Aloha heja he“. Viele sollten es ihm kurz darauf gleichtun. Nun ist der deutsche Hit ein chinesischer: Shazam, eine App zur Musikerkennung, macht das Lied als die Nummer eins in China aus – folglich zeigt sich, dass viele Nutzer daran interessiert sind, mithilfe der App den Titel des Songs zu erfahren, der da gerade läuft.

Die Hitparaden bei DouYin führt Reichels „Aloha heja he“ mittlerweile auch an. Die Kommentare fallen nahezu durchweg positiv aus: „Ich mag den Rhythmus“, „Das Lied war in meinen Empfehlungen. Sehr inspirierend und stark“ oder „Der Song klingt schön“, so der Tenor, wie der „NDR“ berichtet. Der Song von 1991 ist bei der Jugend im Land ein Hit.

Achim Reichel ist von dem Erfolg selbst überrascht.

Gegenüber dem „Norddeutschen Rundfunk“ sagte der Interpret: „Es ist unglaublich. Ich wusste mir darauf zunächst keinen Reim zu machen.“ Zum ersten Mal hörte er vor einem Jahr davon, dass man „Aloha heja he“ in China kennt. „Ich weiß auch gar nicht, wohin mit meiner Euphorie, das ist mir schon fast ein Tick zu viel. Da bin ich auch irgendwie mit meinem Latein am Ende und denke: Alter, du musst mal wieder eine Kerze aufstellen. Und dafür ist die Weihnachtszeit ja nun auch irgendwie ganz gut geeignet“, so Reichel.

Den heute 77-jährigen Reichel erreicht nun eine Flut von Interview-Anfragen und E-Mails aus dem Land. Warum sein Song über ein Schiff, das vor der Insel Sansibar liegt, ausgerechnet in China so durch die Decke geht, versteht der Interpret selbst nicht: „Ich meine, ich bin ja nun in diesem Geschäft schon ziemlich lange. Insofern war auch mein Gedanke: Das ist ja irgendwie wie ein Wunder. Da steckt weder eine Kampagne dahinter noch sonst eine Marketingstrategie. Das hat das Lied ganz allein geschafft. Und zwar nach 30 Jahren.“

Quelle: ndr.de