Übernahme perfekt für 44 Mrd. Dollar: Elon Musk kauft Twitter – Der Handstreich ist gelungen, Tesla-Vordenker Elon Musk hat den Kurznachrichtendienst Twitter gekauft. Nach zähen Verhandlungstagen offerierte Musk als finales Angebot eine Summe von 54,20 US-Dollar pro Aktie – Twitter erklärte sich damit einverstanden und teilte dies am Montag mit. Damit schlägt die Übernahme für den Tech-Milliardär mit 44 Mrd. US-Dollar zu Buche, umgerechnet 41,1 Milliarden Euro.

Laut einem Bericht von „Bild“ müssen nun nur noch die Aktionäre von Twitter das Angebot akzeptieren, danach geht der Konzern von der Börse und steht unter Musks Obhut. Musk dazu: „Twitter hat außerordentliches Potenzial. Ich freue mich darauf, mit dem Unternehmen und Nutzern daran zu arbeiten, es auszuschöpfen.“ In der Nacht auf Montag waren letzte Verhandlungen dem Deal vorausgegangen.

Insider berichten, dass die Twitter-Aktionäre einen höheren Preis herausholen wollten.

Musk nannte sein Angebot daraufhin sein Bestes und Letztes. Es wird als unwahrscheinlich eingeschätzt, dass die Aktionäre die Übernahme verhindern, Musks Kaufpreis liegt über dem Handelspreis der Aktie und es sei davon auszugehen, dass alle Anteilseigner veräußern werden, so im „Bild“-Artikel. Anfang April hatte sich Musk gemeldet und mitgeteilt, wochenlang und in aller Stille rund neun Prozent Twitter-Anteile gekauft zu haben. Ihm wurde daraufhin angeboten, in den Verwaltungsrat des Unternehmens einzuziehen.

Daran war allerdings die Bedingung geknüpft, seine Twitter-Beteiligung nicht über einen Wert von 15 Prozent durch weitere Käufe zu erhöhen. Daraufhin lehnte Elon Musk einen Sitz im Twitter-Aufsichtsrat aus und gab bekannt, das Unternehmen kaufen zu wollen. Seine Äußerungen brachten das Netz für Tage zum Beben – zumal er als Begründung angegeben hatte, gegen Einschränkungen der Redefreiheit auf dem Kurznachrichtendienst vorgehen zu wollen.

Musk gilt schon lange als erklärter Gegner der Cancel Culture, wird seit Jahren als „Free Speech Absolutist“, als „Absoluter Verfechter der Redefreiheit“, bezeichnet.

Twitter wurde 2006 gegründet, bildet seitdem ein Herzstück der Nachrichtenbranche, welches 2009 auch in die breite Öffentlichkeit einzog. Seinerzeit hatte ein Twitter-Nutzer Fotos eines Passagierflugzeugs veröffentlicht, welches im New Yorker Fluss Hudson gewassert war. Bei dem Nachrichtedienst und einigen vernehmbaren Nutzern sah man die Übernahme durch Musk nicht gerne, dass Unternehmen versuchte, sich mithilfe einer sogenannten „Giftpille“ gegen den Kauf zu wehren.

Eine Taktik, die von Firmen, welche durch eine Übernahme bedroht sind, oft angewendet wird, wie „Bild“ erläutert. Die Twitter-Bosse hatten an besagte 15-Prozent-Regelung für Musk gekoppelt, dass andere Aktionäre bei Erreichen dieses Wertes durch einen Eigner zusätzliche Anteile günstig erwerben könnten – somit wäre der Markt mit günstigen Aktien überflutet worden, was es Elon Musk in dem Fall potentiell erschwert bis unmöglich gemacht hätte, weitere Anteile zu für ihn zunehmend unerschwinglichen Preisen zu erwerben.

Unklar ist, was die Twitter-Eigner nun dazu bewog, Musks Kaufplänen doch zuzustimmen. Fest steht nur: Elon Musk ist nun Twitters Chef.

Für seinen Einstand gab er folgenden Tweet zum Besten: „Ich hoffe, dass auch meine schärfsten Kritiker auf Twitter bleiben. Denn das ist es, was Meinungsfreiheit bedeutet.“

Quelle: bild.de