Der türkische Regierungschef Erdogan hatte vor kurzem damit gedroht, Medienkanäle wie Facebook, Twitter und YouTube in seinem Land lahmzulegen. Jetzt hat er zumindest schon mal Twitter blockiert. Bei zehn Millionen Nutzern in der Türkei macht er sich sicherlich nicht viele Freunde mit dieser Entscheidung. Es ist schon erschreckend, dass heutzutage und in einem Land, das nur allzu gern der EU angehören würde, Kurznachrichtendienste so torpediert werden. Stehen sie doch für das freie Meinungsbild eines jeden Bürgers.

Das sieht Erdogan bekanntlich anders, führt er doch einen privaten Kleinkrieg mit YouTube, Facebook und Twitter, da durch diese Kanäle publik wurde, dass er kein Saubermann ist. So sagte er vor dem Verbot: „Twitter und solche Sachen werden wir mit der Wurzel ausreißen. Was dazu die internationale Gemeinschaft sagt, interessiert mich nicht.“ Das Eindringen ins Privatleben oder das Ausspionieren von Staatsgeheimnissen durch soziale Netzwerke sei von der Meinungsfreiheit nicht gedeckt, so Erdogan weiter. „Das werden wir nicht erlauben, wir werden rasch Verbotsmaßnahmen ergreifen.“

Seit gestern ist der Kurznachrichtendienst Twitter in der Türkei gesperrt. Unter dem Hashtag #twitterisblockedinturkey twitterten mehrere User von der Blockade und die türkische Zeitung „Hürriyet“ bestätigte ebenfalls die Schließung. Laut der Hürriyet wird diese harsche Sperrung durch die Regierung damit begründet, dass Twitter angeblich Gerichtsentscheidungen ignoriert hätte.

Die Nachrichtenagentur Reuters meldete zu diesem Vorfall, dass beim Aufrufen der Webseite eine Weiterleitung zur türkischen Telekommunikationsbehörde stattfinde. Ein weiter Tiefschlag für türkische Bürger, die seit Monaten die immer voranschreitenden Einschränkungen ihrer Freiheitsrechte monieren!
 
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Quelle: Spiegel