In der Kürze liegt die Würze, sagt man. Die Social-Media-Plattform Twitter machte aus diesem Credo eine Geschäftsidee, die Rekorde sprengt. Tweets leben von ihrer Knappheit, gerade mal 140 Zeichen haben die Nutzer. Doch bald soll Schluss sein mit der Beschränkung. Twitter möchte umsatteln und mehr Nachrichten sowie Videos bringen, Tweets sollen individueller werden und mehr Freiheiten bieten.

Ab dem 19. Oktober erfolgt die Umstellung: Material, das ihr ab dann an einen Tweet anhängt, etwa Bilder, Umfragen, Videos oder Gif-Dateien, wird nicht mehr zur maximalen Zeichenzahl dazugezählt. Auch euer Nutzername fällt nicht mehr unter die 140-Zeichen-Regelung. So kommt ihr rechnerisch auf mehr Worte, die euch erlauben, euch besser und weniger verknappt auszudrücken.

Nutzer erwarten Videos

Wichtige Ereignisse sollen so noch rascher an die ganze Welt kommuniziert werden, vorzugsweise in Videoform, da die Nutzer dieses Format laut Twitter-Chef Jack Dorsey erwarteten. Überdies sei sein Unternehmen „[...] gut darin, Nachrichten schneller als alle anderen zu liefern“. Diesen Schwerpunkt wolle man ausbauen. Dorsey weiter: „Was wäre, wenn wir das in einem Erlebnis vereinen könnten, damit man nicht nach einem Fernseher suchen müsste, oder wo der Stream läuft – sondern man einfach Twitter öffnen könnte, um es sich dort ansehen und kommentieren.

Im Prinzip bleibt Twitter, wie es ist, baut aber bereits vorhandene Stärken nach Dorseys Vision aus und um. Eine entsprechende Software, die selbsttätig dazulernt und die Bedeutsamkeit von Videos erkennen könne, um sie als Höhepunkte zu präsentieren, gehört nach seinen Aussagen zu diesen Plänen. Man darf gespannt sein, ob sich Twitter als Nachrichtendienst der Zukunft etablieren kann.

I Fotos: Bloomicon / Yeamake / mrmohock / Shutterstock.com

Quelle: mopo.de