Es ist noch gar nicht so lange her, da gewährten einige Arbeitgeber ihren Angestellten einmal im Jahr einen sogenannten „Behördentag“, damit diese Zeit haben, etwaige Angelegenheiten auf dem Amt zu klären. Da vieles heutzutage online erledigt wird, ist das sicherlich nicht mehr nötig, ein … nennen wir ihn mal „Technikertag“, wenn das Netz mal wieder spinnt, dafür umso mehr. Oder am besten gleich mehrere, denn einer Studie zufolge, warten wir trotz Termin oft vergeblich auf den Fachmann der Telekom.

Laut den Ergebnissen der von Vodafone in Auftrag gegebenen Untersuchung, bedarf es drei bis vier Termine, bis ein Techniker des Konkurrenzunternehmens Telekom die Probleme des betroffenen Kunden zu 98 Prozent erfolgreich gelöst hat. Wenn dieser überhaupt kommt, denn jeder dritte Termin platzt. Da es sowas wie einen Technikertag natürlich nicht gibt, gehen somit jährlich rund 2,2 Millionen Urlaubstage für das Warten auf den Reparaturdienst drauf.

„Geplatzte Techniker-Termine sind nicht nur ein Ärgernis, sondern auch ein wirtschaftliches Problem für Deutschland“, kritisiert Gerhard Mack, Vorstand bei Vodafone. Der volkswirtschaftliche Schaden, der durch diese Wartezeiten Jahr für Jahr entsteht, gehe in die Milliardenhöhe.

Dass die meisten im Rahmen der Studie angeprangerten Techniker von der Telekom sind, liegt schlicht daran, dass diese die sogenannte letzte Meile der Verbindung zum Kunden kontrollieren. Soll heißen, dass selbst Kunden eines anderen Anbieters bei technischen Problemen in den meisten Fällen auf einen Mitarbeiter der Telekom warten müssen. 

Jene weist die erhobenen Vorwürfe von sich und schießt scharf zurück: „Vodafone versucht lediglich, von seinen eigenen Serviceproblemen abzulenken – ist Täter, nicht Opfer“, so ein Sprecher des Unternehmens. „Wir erledigen 98 Prozent der Außendienst-Termine pünktlich, lediglich bei zwei Prozent gibt es von uns verschuldete Verzögerungen.“ Die Umfrage sei bloß eine „von Vodafone bezahlte Auftragsstudie“.

Quelle: focus.de