Allerorten wird mit immer schnellerem Internet geworben und im Prinzip ist das auch gut so. Im Zeitalter von Netflix, 4K und Virtual-Reality-Pornos werden die Datenpakete schließlich immer größer. Wir wollen damit natürlich nicht sagen, dass eine langsame Leitung die Lebensqualität einschränkt, immerhin gibt es viel … wobei … scheiß auf politische Korrektheit! Doch verdammt, genau das wollen wir sagen! Ein Datenhighway, auf dem sich nur Schnecken sonnen, raubt einem den gottverdammt letzten Nerv. Unter dem Gesichtspunkt ist es umso ärgerlicher, dass die Internetprovider offensichtlich nicht halten, was sie versprachen.

Denn laut einer Auswertung der Bonner Bundesnetzagentur von bundesweit rund 700.000 Messungen, leiden mit 28,4 Prozent fast drei von zehn Nutzern unter einer relativ langsamen Verbindung. Relativ im Sinne von: Die gemessene Datenübertragung war nicht einmal halb so schnell wie die vertraglich vereinbarte Höchstgeschwindigkeit.

Behördenchef Jochen Homann dazu: „Über alle Bandbreiteklassen und Anbieter hinweg erreichen Kunden nach wie vor oft nicht die maximale Geschwindigkeit, die ihnen die Anbieter in Aussicht gestellt haben.“

Laaaaaaaaame

Die rund 440.000 Messungen von Nutzern, die ihre Festanschlüsse zwischen Oktober 2016 und September 2017 über die Seite „www.breitbandmessung.de“ (https://breitbandmessung.de/) einem Geschwindigkeitstest unterzogen haben, zeichnen ein kaum verbessertes Bild im Vergleich zum Vorjahr. 2017 waren 29,2 Prozent Opfer von Schneckentempo.

„Obwohl die Ergebnisse bei einzelnen Bandbreiten und zwischen den Anbietern unterschiedlich ausfallen, zeigen sie insgesamt weiterhin Handlungsbedarf bei den Breitbandanbietern“, kritisiert Homann.

Wenig überraschend ist die Kluft zwischen Versprechen und Wahrheit im Mobilfunkbereich noch deutlich größer. Läppische 18,6 Prozent der Nutzer erreichte mindestens die Hälfte der vertraglich vereinbarten Höchstgeschwindigkeit. Eine deutliche Verschlechterung zum Vorjahresergebnis, welches mit 27,6 Prozent auch nicht gerade prickelnd ausfiel. Gerade mal lächerliche 1,6 Prozent konnten laut der jüngsten Studie in der vereinbarten Höchstgeschwindigkeit surfen.

Besserung ist leider nicht wirklich in Sicht, da die Anbieter derzeit mit keinerlei Sanktionen oder dergleichen zu rechnen haben. Die Bundesagentur kann mit ihrer Studie lediglich für Transparenz sorgen, um die Anbieter damit unter Druck zu setzen. Ob das am Ende geholfen hat, verraten wir euch im nächsten Jahr. Gleiche Zeit, gleicher Ort.

Quelle: neues-deutschland.de