Alle reden gerade von der grassierenden Grippewelle, übersehen dabei aber einen viel größeren Krankheitsherd, der das gesamte Jahr über Saison hat und Tag für Tag einen neuen Höhepunkt erreicht: Online-Pornos! Eine Studie des Software-Unternehmens Kaspersky hat ergeben, dass sich bereits über 41 Prozent der hierzulande aktiven PC-Nutzer einen Virus von der Palme geschüttelt haben. Zudem benennen die Antiviren-Profis die zehn größten Gefahrenquellen und garnieren das Ganze noch mit einem Schwung interessanter Statistiken zum Thema Porno.

Ob nun via PC, Notebook, Tablet oder Smartphone, drei von vier „Volljährigen“ (71,4 Prozent) frönen regelmäßig der Erwachsenenunterhaltung im Netz. Satte 61,1 Prozent sogar jeden Tag mindestens einmal. Mit 47,1 Prozent lachen sich die meisten bevorzugt in den Abendstunden zwischen 20 Uhr und 24 Uhr ins Fäustchen, doch auch tagsüber schippern viele Einhandsegler über den Porno-See. 26,3 Prozent geben zu, ihr eigenes Süppchen zuweilen auf dienstlichen Geräten zu kochen, 21,3 Prozent nutzen gar die Arbeitszeit, um sich beim Vorhautjogging fit zu halten, 6,7 Prozent davon regelmäßig.

Mal abgesehen davon, dass man damit seinen Job riskiert, ist der Besuch von amourösen Webseiten im gleichen Maße gefährlich, weil es die Nutzer an Schutzmaßnahmen mangeln lassen. David Jacoby, Security Evangelist und Sprecher bei Kaspersky Lab bringt es auf den Punkt:

„Wenn es um sicheres Surfen geht, stehen Erwachsene mit heruntergelassenen Hosen da, denn viele betreiben keinerlei Cyberverhütung.“

So konnten 9,4 Prozent der im Zuge der Studie Befragten nicht oder nicht sicher sagen, ob ihr Rechner, oder auch andere Geräte, in irgendeiner Form geschützt sind. Tatsächlich sind 12,3 Prozent sogar dem Irrglauben auferlegen, dass bei Smartphones und Tablets keine Infektionsgefahr bestünde, während jeder Vierte glaubt, dass es vollkommen ausreicht, auf den privaten Modus zu stellen und die Liste der besuchten Webseiten nach dem Noggern zu löschen. Ein Nährboden, auf dem Kriminalität wunderbar gedeihen kann.

„Webseiten mit Erwachseneninhalten sind für Cyberkriminelle deshalb so attraktiv, da so eine enorme Anzahl von Nutzern infiziert werden kann und die Anwender aufgrund der peinlichen Umstände eine Infektion wahrscheinlich weniger oft melden“, so Jacoby.

Und das sind die Top 10 der Infektionsmöglichkeiten beim Online-Sex:

  1. Trojaner: Getarnt als harmlose Programme, steckt in diesen kleinen Scheißern ein schädlicher Kern.
  2. Drive-by-Downloads: Die übliche Methode, Malware zu verbreiten, im Zuge derer Cyberschurken schädliche Skripts auf unsicheren Webseiten platzieren, die bei einem Besuch dieser zu einer Infektion führen.
  3. Clickjacking: Das Überlagern von Webseiten mit anderen Objekten. Während der User glaubt, das überlagerte Objekt anzuklicken, wird in Wahrheit die ursprüngliche Funktion der Webseite ausgelöst. Ideal, um Malware zu installieren, Zugriff auf Online-Konten zu erlangen oder sogar eine Webcam zu aktivieren.
  4. Tinder Bots: Hierbei handelt es sich um automatische Programme, die reale Kontakte auf Dating-Seiten vortäuschen, um Interesse zu erwecken und in der Folge vertrauliche Daten abzugreifen.
  5. Catpishing: Zwielichtige Gesellen verführen Nutzer in Chatrooms und auf Dating-Seiten zum Live-Sexchat oder zum Angucken pornographischer Bilder.
  6. Ransomware: Häufig mit dem Hinweis verbunden, auf dem betroffenen Gerät seien unerlaubte pornographische Daten gefunden worden, blockieren Cyberkriminelle den Gerätezugang. Dass Anwender aufgrund der pikanten Natur der Umstände eher selten die Strafverfolgungsbehörden einschalten, gehört dabei ganz bewusst zum Konzept.
  7. Pornware: Dabei kann es sich um legitime Programme handeln, aber auch um Adware, die über ein anderes schädliches Programm ihren Weg auf die Webseite gefunden hat, immer mit dem Ziel, unerwünschten Inhalt auf die Geräte der Opfer zu schleusen.
  8. Würmer: Ekelige kleine Schlingel, die sich selbst installieren und dann eigenständig nach Wegen suchen, sich auf weiteren Opfer-Geräten fortzupflanzen.
  9. Spyware: Eine treffende Bezeichnung für Programmen, mittels derer Angreifer in der Lage sind, unbemerkt Informationen über die Online-Aktivitäten ihrer Opfer abzugreifen.
  10. Fake-Antivirus-Software: Hier wird mit der Angst vor Malware beim Zugriff auf Porno-Seiten gearbeitet. Allerdings führt eine Installation nicht zum Schutz, sondern richtet nachhaltigen Schaden an.

Gegen all diese Gefahren hilft letztens Endes nur ein seriöses und vor allem aktuelles Schutzprogramm, das Gefahren automatisch erkennt und blockiert. Aber vor allem gilt: Zeigt euch um Himmels willen nicht nackt vor der Webcam und meidet generell Werbebanner, Seiten, die sich automatisch öffnen, sowie Angebote von Unbekannten per Mail oder Facebook. Oder aber, ihr lasst euren Handpanzer in der Garage. Aber das wäre ja albern…

Quelle: computerbild.de