Mal ganz davon abgesehen, dass es generell sehr schade ist, dass die gute alte Musik-CD als Oldschool tituliert wird, hagelte es nun seitens der Alternative-Progrocker Radiohead Kritik für den Streaming-Dienst von Spotify.

Sänger Thom Yorke und Produzent Nigel Godrich haben mittlerweile einige Alben aus dem Angebot von Spotify entfernt. Auch Yorkes Soloplatte „The Eraser“ wurde aus dem Streaming-Sortiment gestrichen. Der Grund sei, dass der Dienst nicht nur dem künstlerischen Aspekt schade, sondern auch jungen Musikern die Chance nehme, ordentliches Geld zu verdienen. Via Twitter ließ Yorke verlauten, dass sich die Nutzer im Klaren darüber sein müssen, dass gerade Nachwuchskünstler praktisch kein Geld von dem Streaming-Dienst bekämen. Godrich setzte noch einen drauf und sprach von „beschissener Bezahlung“ und dass Spotify letztendlich „schlecht für die Musik sei“.

Spotify zählt momentan rund sechs Millionen Abonnenten. Gegen einen geringen Abobetrag steht ihnen dann für einen Monat die angebotene Musik vorhandener Künstler zur unbegrenzten Nutzung frei. Laut der britischen Zeitung „Guardian“ erhalten Musiker pro Stream 0,4 Pence, umgerechnet 0,46 Cent – Jungkünstler bekommen gar nichts. Bereits einige andere Größen der Musikszene wie Paul McCartney, Led Zeppelin oder AC/CD verweigern schon seit langem die Freigabe ihrer Platten für derlei Dienste. Spotify-Chef Daniel Ek steht der Kritik recht gelassen gegenüber, sei es für junge Musiker doch generell schwer, Geld zu verdienen, was aber nicht am Geschäftsmodell des Internetanbieters läge.

Egal wie man es dreht oder wendet, faktisch ist es so, dass jeder Musiker mit einem großen Backkatalog ordentliches bis sehr gutes Geld mit den Streaming-Diensten machen kann. Nur die kleinen, die Greenhorns und Newcomer, die schauen ins Leere. Willkommen im Haifischbecken!

Quelle: Golem