Schlechtes Internet: So können Kunden die Zahlung reduzieren – Dank des sogenannten „Allgemeinverfügungsentwurfes zu Minderungsregelungen für Festnetz-Breitbandanschlüssen“ sollen Kunden, deren Internetverbindung langsamer ist, als vom Provider versprochen, nun Klarheit darüber erhalten, ob und inwieweit sie ihre Zahlungen an diesen reduzieren können.

Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, erklärt: „Unsere geplanten Vorgaben sollen Verbrauchern helfen, ihre neuen Rechte geltend zu machen. Zudem schaffen wir Sicherheit für die Anbieter.“

Der Kriterienkatalog legt fest, wie groß das Geschwindigkeitsdefizit bei einem Festnetzanschluss sein muss, damit Kunden ein Minderungsrecht geltend machen können.

Verbraucher hatten zwar auch schon vorher die Möglichkeit, Schadensersatz zu verlangen oder den Vertrag zu kündigen, dank der Novellierung des Telekommunikationsgesetzes (TKG) ist es ab dem 1. Dezember aber möglich, die Entgelte zu mindern, und deutlich einfacher, zu seinem Recht zu kommen.

Berufen kann man sich dabei auf die Messungen der Desktop-App „breitbandmessung.de“ von der Bundesnetzagentur.

War im neuen TKG bislang lediglich von einer „erheblichen, kontinuierlichen oder regelmäßig wiederkehrenden Abweichung bei der Geschwindigkeit“ die Rede, legt die Bundesnetzagentur nun Folgendes fest:

Eine Abweichung liegt vor, wenn nicht an zwei Messungstagen jeweils mindestens einmal 90 Prozent der vertraglich vereinbarten maximalen Geschwindigkeit erreicht werden, oder wenn die normalerweise verfügbare Geschwindigkeit nicht in 90 Prozent der Messungen erreicht wird.

Ein Internetanschluss ist ferner dann nicht vertragskonform, wenn die minimale Geschwindigkeit an zwei Messungstagen jeweils geringer als vereinbart ist.

Die Messung führt der Kunde selber durch, und zwar 20-mal an zwei unterschiedlichen Tagen, also 10-mal pro Messungstag.

Die Höhe der Minderung des Entgeltes entspricht dem Verhältnis, in welchem die vertraglich vereinbarte Leistung von der tatsächlichen abweicht.

Die Provider müssen ihre Kunden in Produktinformationsblättern bei Abschluss eines Internetvertrages nicht nur darüber aufklären, wie hoch die maximale und die minimale Datenübertragungsrate ausfallen, sondern auch über das Tempo, welches üblicherweise zur Verfügung steht.

Der Verbraucher muss sich an diesen Werten orientieren, um abhängig vom Messergebnis bestimmen zu können, wie weit die Zahlung reduziert werden kann.

Quelle: n-tv.de