Je nachdem in welcher Runde man über den folgenden Mini-Skandal berichtet, ist entweder keiner oder jeder davon betroffen. Denn laut den Erkenntnissen einer Sicherheitsfirma namens „Proofpoint“ hat die hinter vorgehaltener Hand äußerst populäre Internet-Plattform „Pornhub“ bereits seit über einem Jahr fleißig Malware unters digitale Volk gebracht.

Dies geschah zumindest von Seiten der Betreiber aber nicht mit Absicht. Viel mehr wurde das Porno-Portal selber Opfer eines Hackerangriffes, der über ein Jahr lang unentdeckt geblieben war. In einem zwielichtigen Milieu fallen zwielichtige Angebote nicht auf, dachten sich die Kriminellen – und machten sich zunutze, dass User, die auf Sex-Seiten surfen, generell anfälliger für unseriöse Werbung sind.

Also schaltete man über ein Werbenetzwerk Anzeigen-Banner, die vermeintliche Updates für die gängigen Browser versprachen. Tatsächlich versteckte sich dahinter aber eine Schadsoftware namens „Kovter“. Diese soll in der Folge Spam-Webseiten mit Werbeanzeigen im Hintergrund aufgerufen haben, welche bei jedem Klick Geld in die Taschen der Cyber-Gangster gespült haben.

Geschlechtskrankheiten der Neuzeit

Da „Pornhub“ jährlich über eine Milliarde Nutzer verzeichnet, kann man davon ausgehen, dass sich die Malware so rasant verbreitet hat wie ein Tripper auf einer Weihnachtsfeier. Entsprechend brennt und juckt die Nummer zwar unangenehm, eine wirkliche Gefahr geht von der Malware allerdings nicht aus.

Es hätte sehr viel schlimmer kommen können, wenn die Schurken sich entschlossen hätten, auf die gleiche Art und Weise aggressivere Viren, Trojaner oder Ransomware zu verbreiten. So reicht es, sein System via seriöser Updates auf dem neuesten Stand zu halten und stets eine Anti-Viren-Software laufen zu lassen.

Da „Pornhub“ die Sicherheitslücke mittlerweile wieder geschlossen hat, könnt ihr außerdem auch wieder ganz beruhigt Socken und Taschentücher ihrem höheren Zweck zuführen. Einen offiziellen Kommentar zu dem Vorfall blieben die Seitenbetreiber bislang zwar schuldig, aber was sollen diesen denn auch schon anderes sagen als: „Entschuldigung! Aber wer in einem solchen Umfeld Sex ohne Kondom hat, der lebt nun mal gefährlich, falls ihr versteht, was wir meinen … ?!

Quelle: focus.de