Was in Deutschland bereits mit der USK für Filme und andere Medien gilt, soll nun auch für das Internet kommen. Bis dato ist es nicht möglich, bestimmte Inhalte auf nationaler Ebene von einer gewissen Behörde nur für einen bestimmten Teil der Bevölkerung zu regulieren. Geht es jedoch nach der Rundfunkkommission der Länder, soll das Internet aus deutscher Sicht schon bald rein der erwachsenen Bevölkerungsschicht vorenthalten sein.

Laut dem neu ausgearbeiteten Jugendmedienschutz-Staatsvertrag möchte die Rundfunkkommission eine Alterskennzeichnung für die zahlreichen und verschiedenen Angebote des Internets schaffen. Ähnlich wie die USK-Plakette, die sich auf den Hüllen von Blu-Rays oder DVDs findet.

Hierbei handelt es sich um einen erneuten Versuch, das Internet hierzulande unter eine gewisse Kontrolle zu stellen. Bereits im Jahr 2010 wurde ein ähnlicher Antrag abgelehnt. Auch damals wurde der Versuch unternommen, eine Beschneidung der hiesigen Internetlandschaft auf freiwilliger Basis ins Leben zu rufen. Jedoch hätte der damalige Vertrag Internetseiten, die über keine Alterskennzeichen verfügen, automatisch gesperrt.

Im neuen Entwurf hat sich dementsprechend einiges geändert, jedoch nicht gerade zum Positiven: Blog- und Webseiten-Betreiber sollen laut diesem nicht nur eigene Inhalte auf deren Inhalt und Jugendfreundlichkeit prüfen, sondern auch die Kommentare. Ob das Ganze überhaupt eine Chance hat, ist fraglich. Darüber hinaus wird diese Art von Zensur von vielen als Verletzung des EU-Rechts angesehen.

Quelle: Zeit