Im Fachmagazin Science wurden nach fünfmonatiger Untersuchung die Ergebnisse einer Forschung über das Herdenverhalten von Nutzern im Internet veröffentlicht. Die Forscher aus Israel und den USA beobachteten fünf Monate lang eine aus rechtlichen Gründen nicht näher genannte Webseite, auf der etwa 3600 Menschen über aktuelle Nachrichten diskutierten.

Die Studie offenbart, dass „Likes“ und Sternchen im Internet scheinbar nicht immer nach dem eigenen Urteilsvermögen vergeben werden, denn häufig vertraut der Mensch auf die sogenannte Schwarmintelligenz. Die Wissenschaftler manipulierten beispielsweise einen Kommentar, indem sie dessen erste Bewertung nach dem Zufallsprinzip vergaben.

Dabei stellte das Team fest, dass viermal so viele positive wie negative Bewertungen von den Nutzern vergeben wurden. Besonders stark fiel diese Beobachtung auf, wenn ein Kommentar zuvor bereits positiv bewertet war. Dadurch stieg die Wahrscheinlichkeit auf weitere „Likes“ um 30 Prozent an. „Die kleine Manipulation einer einzigen positiven Erstbewertung führte aufgrund des sozialen Einflusses zu einer signifikant höheren Gesamtbewertung“, so die Leiter der Untersuchungen.

Negative Erstbewertungen wurden von den Nutzern ausgleichend bewertet, denn auch sie erhielten häufiger ein Plus. Laut den Wissenschaftlern diene dies zur Abmilderung des schlechten Urteils. „Während sich positiver Einfluss ansammelt und eine Tendenz zu Bewertungsblasen aufweist, wird negativer Einfluss von der Menge der Nutzer korrigiert“, heißt es von Seiten der Forscher.

Quelle: Spiegel