Für die meisten von uns ist ein Leben ohne Internet mittlerweile undenkbar geworden. Und dafür muss man sich nicht einmal schämen, denn der Zugang zum World Wide Web gehört laut einem Urteil des Bundesgerichtshofes ganz offiziell zum notwendigen Lebensstandard. Wofür man es nun im Einzelnen nutzt, sei hier einfach mal dahingestellt, Fakt ist aber, dass es einer mittelschweren Katastrophe gleichkommt, wenn daheim plötzlich nichts mehr geht. Wenn selbst das fast schon rituelle Aus- und wieder Einstöpseln des Routers und ein panischer Anruf beim Netzanbieter nicht helfen, kann der Grund natürlich auch eine defekte Leitung sein. Und dann ist guter Rat teuer.

Im Falle einer Mietwohnung bleibt in einem solchen Fall nur noch, den Vermieter zu kontaktieren. Und sollte dieser der Meinung sein, die Reparatur auf die lange Bank schieben zu müssen, habt ihr nun ein gutes Druckmittel, um die Nummer zu beschleunigen. Denn das Landesgericht Essen urteilte kürzlich, dass die Verfügbarkeit von Telefon und Internet in der heutigen Zeit essenziell sei und eine defekte Telefonleitung somit eine Mietminderung von 10 Prozent rechtfertigt. Um diesen Anspruch geltend zu machen, muss die Telefonleitung jedoch Bestandteil der Mietsache, also im Vertrag verankert sein. Habt ihr als Mieter dagegen auf eigene Faust mit einem Telekommunikationsunternehmen eine Leistungsverlegung vereinbart, kann diese nicht als Bestandteil des Mietvertrages gewertet werden.

Und bevor nun etwaigen Vermietern unter unseren Lesern der Schweiß auf die Stirn tritt: Die Reparatur der Leitung ist nicht Sache des Vermieters, sondern muss von den Telekommunikationsanbietern geleistet werden, denen dazu natürlich Zugang gewährt werden muss. Wie schnell diese ihren Pflichten nachkommen, steht aber auf einem anderen Blatt.

Quelle: chip.de