Was darf man, was darf man nicht? Die Kritik an Facebook war bisher groß, wenn es darum ging, wie die Plattform mit der Zensur unerwünschter Inhalt seiner Nutzer umging. Protestbilder und Fotos von Kunstwerken, die Nacktheit darstellten, wurden entfernt. Um Missverständnisse vorzubeugen, hat das kalifornische Unternehmen jetzt ein Regelwerk veröffentlicht, das klar aufzeigt, welche Inhalte auf Facebook verboten sind.

Hunderte von Facebook-Mitarbeitern würden sich bereits um deren Einhaltung kümmern und verbotenes Material notfalls sperren. Facebook versichert: Inhalte, die von Nutzern gemeldet werden, würden in jedem Fall von einem menschlichen Prüfer begutachtet. Keine leichte Aufgabe bei beinahe 1,4 Milliarden Nutzern.

Gemeinschaftsstandards
„Wir ändern unsere Regeln nicht, sondern wollen den Nutzern nur mehr Klarheit darüber verschaffen, wo und warum wir Grenzen einziehen“, so Facebook-Managerin Monika Bickert gegenüber der dpa. Um das Ganze für die Nutzer übersichtlicher zu machen, hat Facebook eine eigene Seite zusammengestellt, auf der deren Richtlinien aufgelistet sind. Es wurden allerdings nicht viele Änderungen aufgenommen, sondern vielmehr die ohnehin schon bestehenden Regeln aufgelistet.

Nacktheit eingeschränkt
Vor allem wenn es um die entblößte Darstellung von Menschen ginge, ziehe Facebook ab sofort eine härtere Linie. „Wir entfernen Fotos von Personen, auf denen Genitalien oder vollständig entblößte Pobacken zu sehen sind. Außerdem beschränken wir Bilder mit weiblichen Brüsten, wenn darauf Brustwarzen zu sehen sind“, so Bickert. Auch Mobbing und Gewaltverherrlichung sollen durch die Kontrolle von Spezialisten verschiedenster Nationalitäten eingeschränkt werden. Jedoch haben die Kontrolleure keinen unbegrenzten Zugriff auf die Daten der Nutzer, sondern bewegen sich nur in dem für sie zulässigen Rahmen.

Facebook vertraue allgemein mehr darauf, dass seine Nutzer kritische Inhalte selber melden. Nur in wenigen Bereichen setze man Software ein, um Inhalte zu untersuchen, beispielsweise bei der Sicherheit von Kindern. Jedoch erwähnt Facebook nicht, in welchen Bereichen die Software Untersuchungen anstellt.

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