Die Anti-Phishing- und Anti-Scam-Experten von „mimikama.at“ warnen: Eine Sex-Erpressungs-Masche geht auf Facebook um, die sich männliche Nutzer zum Ziel genommen hat. Neu ist das Phänomen nicht, bereits 2015 soll die Methode zur Anwendung gekommen sein. Dahinter stecken organisierte Banden aus dem Ausland, die Fake-Profile erstellen.

Diese werden gezielt mit freizügigen Bildern und Fehlinformationen vollgestopft, bevor versucht wird, mit vor allem männlichen Facebook-Nutzern über Freundschaftsanfragen in Verbindung zu kommen. Die so vom Nutzer angenommene „neue Freundin“ beginnt daraufhin, mit ihm zu chatten, zu flirten und ihm den Kopf zu verdrehen. Darauf folgt eine Einladung, weitere erotische Abenteuer auch via Webcam oder Skype zu erleben. Die Betrüger wollen an Nackt- und Sexfotos sowie Videos mit pikantem Inhalt und überreden die Nutzer entsprechend zum Austausch. Doch auf den Skype-Sexchat folgt das böse Erwachen:

Erst 2016 wurde ein 17-Jähriger Opfer dieser Masche, wurde von einer Frau verführt, vor der Kamera mit ihr sexuelle Handlungen zu vollführen und erlebte sein blaues Wunder, als er danach auf Facebook aufgefordert wurde, 5.000 Euro per Western Union auf ein französisches Konto zu überweisen. Erpressung! Zerknirscht zahlte der junge Mann, nur um abermals um 5.000 Euro erpresst zu werden. Käme er der Aufforderung nicht nach, würden die intimen Videos auf YouTube veröffentlicht. Der 17-jährige erstattete damals Anzeige und wehrte sich.

Was ihr tun könnt… 

Die Polizei, etwa in Gießen, warnt vor Jahren von solchen Sex-Erpressern auf Facebook, die sich vor der Kamera selbstbefriedigende Nutzer auf YouTube bloßzustellen drohen, wenn diese nicht zahlen. Solltet ihr den Tätern bereits ins Netz gegangen sein, im Folgenden die Tipps, die „mimikama.at“ seinen Lesern für den Ernstfall gibt:

  • sofortiger Kontaktabbruch und Beendigung des Chats!
  • Auf KEINEN FALL bezahlen. Der Erpressung der Täter nachzugeben sei kein Schutz vor Veröffentlichung, weitere Forderungen würden folgen, die Erpressung nicht enden. 
  • Keinesfalls zu weiteren sexuellen Handlungen vor laufender Kamera erpressen lassen!
  • Minderjährige sollten eine entsprechend lautende Notiz als Textantwort schicken: „Ich bin der Vater/die Mutter des Burschen, den Sie gerade gefilmt haben. Es ist nach §207a “pornografische Darstellung Minderjähriger” verboten, pornografische Aufnahmen von Personen unter 18 zu machen, zu besitzen und auch zu veröffentlichen. Sollten Sie dies dennoch tun, werde ich nicht davor zurückschrecken, Anzeige zu erstatten.“ Dieser Paragraph gelte europaweit und schrecke Betrüger schon bei Androhung ab.
  • Wer tatsächlich sein Video auf einer Plattform entdeckt, sollte den Seitenbetreiber verständigen und um Löschung ersuchen – gerade bei Facebook führe dies rasch zum Erfolg.

Quelle: facebook.com