Mobbing ist ein bekanntes und lediges Thema. Schlimmer kann es nur im Internet werden, wenn sich eine oder mehrere Personen gegeneinander verschworen haben und einem auch in sozialen Netzwerken die Hölle heißmachen.

Folgendes kann auch die Musiklehrerin Christine Mickle aus Australien berichten, die von einem Schüler per Twitter diffamiert wurde. Ein australisches Gericht verhängte eine Schmerzensgeldstrafe von 105.000 australischen Dollar, das sind umgerechnet ungefähr 70.000 Euro.

Kurioserweise hatte der mittlerweile 20-jährige Schüler namens Andrew Farley nie Unterricht bei der besagten Lehrerin, tatsächlich besuchte er die Highschool, an der Mickle lehrte, zu dem Zeitpunkt gar nicht mehr. Allerdings war Andrews Vater zuvor Musiklehrer an der Schule, die er 2008 aufgrund einer Krankheit verlassen musste. Mickle war seine Nachfolgerin. Dies nahm Andrew Farley zum Anlass, um die Lehrerin per Twitter zu belästigen. Für ihn war die Sachlage klar: Mickle musste daran schuld gewesen sein, dass sein Vater krank wurde und den Job verlor.

Richter Michael Elkaim, der den Fall vor Gericht bearbeitete, hielt diese Behauptungen jedoch für absolut nicht beweisträchtig. Im Gegenteil: Die Beschuldigungen zogen verheerende Nachwirkungen mit sich. Die Lehrerin wurde krank und konnte nicht mehr unterrichten, der Stress war einfach zu groß. Noch immer ist sie nicht voll arbeitsfähig. Aussagen, die in sozialen Netzwerken ihre Runde machen, sind nur schwierig unter Kontrolle zu bringen, meint auch Richter Elkaim. Einige Kommentare hatte Farley nach dem November 2012, als ihn ein Schreiben von Mickles Anwälten erreichte, jedoch entfernt.

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Quelle: Focus