Bundesregierung beschließt: Schnelles Internet für alle – Es hat etwas gedauert, aber nun hat das Bundeskabinett beschlossen, dass jeder in Deutschland ein Recht auf „schnelles“ Internet hat. Das neue Regelwerk muss nun allerdings noch vom Bundesrat sowie vom Digitalausschuss des Bundestags grünes Licht bekommen.

Wenn der Beschluss dann in Kraft tritt, soll in Zukunft jedem deutschen Haushalt Internet mit einer Download-Rate von mindestens 10 Megabit pro Sekunde sowie einem Upload von 1,7 Megabit pro Sekunde zur Verfügung stehen. Dies dürfte prinzipiell den meisten in Deutschland nur ein müdes Lächeln entlocken, verfügen viele Haushalte doch über eine wesentlich bessere Internetverbindung mit Blick auf die recht niedrigen künftigen Mindestraten.

Ländliche Regionen Deutschlands könnten profitieren

Wer allerdings in ländlichen Regionen Deutschlands oder außerhalb der Innenstädte wohnt, könnte davon wiederum profitieren, da solche Personen durch das neue Regelwerk einen Rechtsanspruch auf Breitband-Internet hätten. Problematisch wird allerdings die Vorgabe der Latenz: So soll die Reaktionszeit die 150 Millisekunden nicht überschreiten. Gerade für ländliche Regionen meist nicht brauchbar, da die Latenz über weit entfernte Satelliten weitaus höher ist.

Hier kämen nur erdnahe Satelliten in Frage, was wiederum den Preis erhöht und somit preisgünstiges Internet flachfällt. Kritik zum neuen Verordnung gibt es indes vom digitalpolitischen Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, Reinhard Brandl, der die neue Regelung für „ambitionslos“ hält.

Bundesregierung ignoriert Nutzungsverhalten der Bürger

Denn die Bundesregierung ignoriere das übliche Nutzungsverhalten der Bürger. Brandl: „Wir haben erhebliche Zweifel, ob eine 10-Megabit-Downloadrate und eine 1,7-Megabit-Uploadrate pro Anschluss für eine Familie mit Kindern als Grundversorgung ausreichen.“

Quelle: welt.de