Es ist eine feine Sache, im Internet jederzeit alles bestellen zu können – noch dazu aus der ganzen Welt, insofern auch ins Heimatland geliefert wird. Bei eBay oder Amazon etwa geht das meist problemlos – zu einem günstigeren Steuersatz. Doch Neuseeland hat davon genug und ist das erste Land, das eine Steuer für Internet-Einkäufe erheben will. Allein ist man damit nicht: Auch die EU plant eine „Amazon-Steuer“.

Denn: Wer im Ausland kauft, spart sich in der Regel den Umsatzsteuer-Satz im Heimatland, dadurch entgeht dem Staat einiges an Geld. So gibt Neuseelands Regierung an, durch die Amazon-Steuer vor allem den Einzelhandel und insbesondere kleineren Geschäften den Rücken stärken zu wollen – diese würden gegenüber zum Online-Handel benachteiligt.

Ab 2021 in der EU

Ab Oktober 2019 soll die neue Steuer in Neuseeland fällig werden: Wer dort im Ausland kauft, muss zusätzlich zu Kaufpreis und etwaigen Zöllen auch noch 15 Prozent Steuern auf seine Internet-Käufe aus anderen Ländern bezahlen. So die Ankündigung von Neuseelands Finanzminister Stuart Nash, doch noch hat das Parlament seine Zustimmung nicht erteilt.

Auch in Europa will man den unterschiedlichen Besteuerungen beim Kauf von Waren im Netz zu Leibe rücken – ab 2021 könnte ein entsprechendes Modell wie in Neuseeland auch bei uns greifen. Bislang sind Waren, die im Ausland erworben werden in Deutschland bis zu einem Warenwert von 22 Euro einfuhrabgabenfrei, man zahlt also weder Zoll noch Einfuhrumsatzsteuer.

Alles zwischen 22 und 150 Euro Warenwert ist hingegen zollfrei, aber kostet dafür Einfuhrabgaben. Zur Berechnung dieses Wertes wird nicht nur der Kaufpreis herangezogen, sondern die Gesamtkosten der Lieferung. Man darf gespannt sein, wie sich dieses Modell ab 2021 ändern könnte – und sollte bis dahin wohl noch flott aus dem Ausland bestellen, was man gerne hätte.

Quelle: stern.de