Der Versandriese Amazon plant offenbar, Jugendlichen zwischen 13 und 17 auf lange Sicht die Möglichkeit einzuräumen, sich unter elterlicher Aufsicht in ihre eigenen Amazon-Konten einzuloggen. Dies geht aus einem Bericht des US-TV-Magazins „CNN Money“ hervor.

Die Teenager-Konten werden dabei mit denen ihrer Eltern verknüpft und die Möglichkeit bieten, eine Bestellung entweder im Voraus per Kurzmitteilung oder E-Mail zu erlauben, ein Ausgaben-Limit für jede Bestellung einzuräumen, oder sämtliche Käufe automatisch zu gestatten, heißt es im CNN-Bericht. Laut dem Nachrichtensender Bloomberg gehen dabei die Prime-Vorzüge der Eltern auf die Konten ihrer Kinder über, darunter Streamen, Gaming-Dienste und Versandvorteile. Für jeden Kauf wird den Eltern ein Beleg zugeschickt, sie haben jedoch nur 30 Minuten Zeit, die Bestellung zu widerrufen.

Junge Kunden wankelmütig

Die Teenager-Konten enthalten keine Kreditkarteninformationen ihrer Eltern, noch gestatten sie den Jugendlichen, die Kauf- oder Suchhistorie ihrer Erzeuger zu durchstöbern. Michael Carr, Vice President Amazon Household, gegenüber CNN Money: „Als Vater eines Teenagers weiß ich, wie sehr Jugendliche sich Unabhängigkeit wünschen, doch dies muss sich gleichzeitig mit dem Komfort und Vertrauen, das die Eltern brauchen, die Waage halten.“ Bloomberg-Informationen zufolge gehen in den USA die Abverkäufe von Ladengeschäften an Jugendliche zurück, Unternehmen wie Abercrombie & Fitch, Urban Outfitters und andere namhafte US-Marken verzeichnen demnach dramatische Verluste.

Scheinbar greift Amazon nach den somit freiwerdenden, jungen Kunden dieser Unternehmen. „Sie [Jugendliche] sind nicht loyal – sie sind wankelmütig, kaufen überall“, so Bloombergs Intelligence Analyst Poonam Goyal. „Normalerweise war es so: Wenn Sie als Erwachsener bei Urban Outfitters eingekauft haben, bestand auch 90 Prozent Ihrer Garderobe aus Sachen von Urban Outfitters. Ich glaube nicht, dass die Garderobe irgendeines Millennials zu 90 Prozent aus irgendwas von nur einer Marke besteht.

Ob und wann Amazon auch für Deutschland ein solches Teenager-Konto-Feature plant, ist nicht bekannt – ebenso wenig, wie es hierzulande mit der rechtlichen Umsetzbarkeit aussieht.

Quelle: money.cnn.com