Das ist gut/schlecht:

Als großer Frustfaktor stellt sich dabei das arg strenge und nicht immer nachvollziehbare Regelwerk dar. Während ihr euch in einem klassischen Rennen so einiges erlauben könnt, werden Versuche in Zeitrennen zum Beispiel knallhart abgebrochen, sobald ihr die Streckenbegrenzung auch nur hauchdünn touchiert. Die Rückspulfunktion ist in diesen Test leider deaktiviert.

Als wäre das nicht schon nervig genug, dürft ihr den Versuch nicht einfach direkt wiederholen, sondern werdet ins Menü zurückgeworfen und müsst das gesamte Prozedere, das vor dem Start eines Events ansteht, komplett wiederholen. Dringend patchen.

Denn generell weiß „Ride 4“ mit der großen Auswahl an fantastisch detaillierten Bikes und reichlich Umfang durchaus zu gefallen. Auch das Fahrgefühl stimmt, das ihr mittel diverser optionaler Fahrhilfen frei zwischen Arcade und Simulation positionieren dürft.

Mit 30 Stecken ist das Kurs-Portfolio ebenfalls recht gut bestückt, wobei diesmal der Hang zu real existierenden Rennstrecken auffällt, die gegenüber der Handvoll Fantasie-Kurse klar in der Überzahl sind.

Schade eigentlich, denn gerade die Strecken, die man eben nicht schon mannigfach in anderen Spielen befahren hat, hätten die eher trocken aufgemachte Karriere klar aufwerten können. Realitätsfanatiker freut's aber natürlich.

Gut zu gefallen wissen darüber hinaus das dynamische Wettersystem und der Tag-Nacht-Zyklus. Diese Features kommen natürlich besonders bei lange Ausdauerrennen zur Geltung, bei denen ihr nun auch noch die Füllung eures Benzintanks und die Abnutzung der Reifen im Blick behalten müsst. Taktische Boxenstopps sind also Pflicht.

Das gilt freilich auch für die KI, allerdings verpeilt diese mitunter, dass der Tank leer ist, und dümpelt im Schneckentempo über die Strecke. Und auch sonst hat man nicht wirklich den Eindruck, sich die Strecke mit Hochschulabsolventen zu teilen, zieht die KI doch einfach ohne Rücksicht auf Verluste stumpf ihre Bahnen.

Wer darauf keine Lust hat, tritt online gegen reale Fahrer aus aller Welt an. Bis zu zwölf Spieler können an den individuell konfigurierbaren Rennen teilnehmen. Einen Splitscreen-Modus für gesellige Partien auf der Couch gibt es leider nicht.

Fazit:

„Ride 4“ besticht mit großem Umfang und einem gigantischen Fuhrpark an fantastisch detaillierten Maschinen. Leider sorgt das arg strenge Strafsystem in einigen Events der Karriere für Frust und die KI lässt nach wie vor zu wünschen übrig. Dafür stimmt das Fahrgefühl – und der Hang zu mehr Realismus dürfte vor allem Simulationsfans gefallen.

„Ride 4“ ist für Playstation 4, Xbox One und PC erhältlich.