Als ehemaliger Erzieher, mit weit über eine Dekade Berufserfahrung in diversen KiTas, hielt sich der Autor dieser Zeilen bislang für einen mit allen Wassern gewaschenen Bastel-Maxe, der jedes auch noch so unscheinbar erscheinende Material einem kreativen Zweck zuführen kann. Ganze Welten sind da schon nur unter Zuhilfenahme von Heißkleber, Nudeln und Plastikbechern entstanden und gemeinsam mit den Kindern zum Leben erweckt worden. In den Level-Designern von Nintendos neuestem Jump-'n-Run-Streich „Yoshi‘s Crafted World“ hat aber selbst dieser wackere Zackenscheren-Krieger nun seinen Meister gefunden.

Darum geht’s:

Die Solo-Auftritte von T. Yoshisaur Munchakoopas, so der volle Name von Knuddeldino Yoshi, haben neben den Mario-Hüpfern und Zelda-Abenteuern mittlerweile einen festen Platz im Nintendo-Spieleuniversum, und kommen meist mit einer Extraprise des für den Konzern so typischen Wohlfühl-Charmes daher. Das liegt zum einen an dem vergleichsweise stressfreien und entschleunigten Spielverlauf, und zum anderen an dem radikal-originellen Design der Spielwelten.

Der Vorgänger auf der Wii U sah aus, als sei alles aus Wolle und Fäden gehäkelt, gestrickt und geklöppelt und verblüffte damit von der ersten bis zur letzten Spielminute. Für „Yoshi‘s Crafted World“ wurde nun aber nicht nur Omas Nähkörbchen geplündert, sondern gleich sämtliche Schubladen eines ganzen Haushaltes, ach was sagen wir … eines ganzen Wohnblocks.

Und warum das alles? Weil Baby-Bowser und sein magisch begabter Bro Kamek den Yoshis unbedingt die Traumsonne mopsen wollen, die angeblich Wünsche erfüllen kann. In der darauf folgenden Balgerei zerspringt das Artefakt jedoch und die fünf Traumjuwelen gehen auf der 16 Welten umfassenden Spielinsel verloren. Also macht ihr euch gemeinsam mit Yoshi, oder wahlweise einem seiner andersfarbigen Artgenossen, auf die Suche nach den Edelsteinen.