Eines der ganz großen Epen der Videospielgeschichte findet mit „Yakuza 6: The Song of Life“ seinen Abschluss. Es ist zwar nicht ausgeschlossen, dass Sega noch weitere Etagen auf das stabile Fundament setzt, doch für den stets grimmig dreinblickenden Hauptdarsteller fällt nach nunmehr sieben Serienteilen – das Prequel „Yakuza 0“ gehört natürlich dazu, während wir bei der Zählung von Spin Offs wie „Dead Souls“ absehen – der letzte Vorhang. Die Rente hat sich der kantige Haudegen mehr als verdient, aber wird das Finale seinem Lebenswerk auch gerecht?

Darum geht’s:

Es ist nicht leicht, die vielseitige Yakuza-Serie in eine Schublade zu stecken. Unterm Strich handelt es sich dabei um einen Open-World-Brawler, der stark von seiner theatralischen Erzählung und den unzähligen Minispielen der lebendigen Spielwelt geprägt ist. Wer die ausufernde Geschichte der Vorgänger nicht kennt, kann sich vor Spielstart eine Zusammenfassung durchlesen, doch auch ohne die Lektüre dieser vielen Seiten wird Einsteigern der Einstieg durch einen erklärenden Prolog zumindest erleichtert.

Wir erfahren, dass der Protagonist Kazuma Kiryu, ein vom Leben gestählter Mann, der sich seine Yakuza-Sporen in unzähligen Schlachten erworben hat, zum Schutze seiner Ziehtochter Haruka ins Gefängnis wandert. Es ist nicht sein erster Aufenthalt hinter Gittern, doch wenn es nach dem alternden Gangster geht, sein letzter. Als er jedoch nach der Entlassung erfährt, dass Haruka nicht nur mittlerweile Mutter geworden ist, sondern von einem Unbekannten angefahren und dabei so schwer verletzt wurde, dass sie nun im Koma liegt, erwachen seine guten alten „Ich-regel-das“-Instinkte und er macht sich in gewohnter Manier sowohl auf die Suche nach dem Fahrerflüchtigen als auch nach dem Vater des kleinen Kindes. Und wer Kiryu kennt, weiß was das bedeutet: Viel Gelaber und noch viel mehr Backpfeifen!