Das ist gut/schlecht:

Ohne auch nur den Ansatz einer Simulation des Sportes zu verfolgen, versteht sich „WWE 2K Battlegrounds“ als spaßiger Brawler mit einer rasch erlernten Steuerung, die flotte Action auf dem Bildschirm verspricht. Und damit nicht zu viel, denn innerhalb kürzester Zeit entfacht ihr ein wahres Effektinferno im Ring, dass insbesondere mit einem Mitspieler auf der Couch zunächst ordentlich Laune macht.

Es wird geschlagen und getreten, man zündet spektakuläre Signiture-Moves, Finisher und kontert Gegner aus, bis man sich plötzlich fragt: War das schon alles? Denn innerhalb der verschiedenen Kämpferklassen verfügen alle Kämpfer, von den individuellen Specials einmal abgesehen, über die gleichen, ziemlich beschränkten Movesets.

Da nutzt es auf Dauer auch nichts, dass man sich in den in den abwechslungsreich gestalteten Arenen interaktive Elemente wie eine Krokodil oder sogar eine Ziege zunutze machen kann. Langeweile ist im Solo-Modus somit quasi vorprogrammiert.

Das ist insofern problematisch, als dass „WWE 2K Battlegrounds“ eine gehörige Anzahl Matches von euch verlangt, wenn ihr die vielen Spielfiguren und deren Outfits freischalten wollt. Diese kosten nämlich einen ordentlichen Batzen Ingame-Währung, die beim reinen Spielen viel zu knapp ausgeschüttet wird. Und das übrigens auch nur bei aktiver Internetverbindung. Offline habt ihr zwar immer noch Zugriff auf die Kampagne, geht in Sachen Belohnungen jedoch leer aus.

Und ja, man kann theoretisch alle der über 70 Wrestler und auch all den anderen Krempel ohne den Einsatz von Echtgeld freischalten. Mit Blick auf die Zeit, die dafür nötig wäre, hängt diese Progressions-Karotte jedoch absurd hoch. Aber hey, wozu hat man schließlich ein Portemonnaie, das man doch einfach öffnen kann, um das Spiel über den Kaufpreis hinaus aufzuwerten?

Fraglos kann man auch mit dem Basis-Wrestlern seinen Spaß haben, aber eben nur kurz. Seine Langzeitmotivation zieht „WWE 2K Battlegrounds“ ganz klar aus der Sammelleidenschaft, die sich 2K über Mikrotransaktionen versilbern lassen möchte. Und nicht nur das, auch Objekte für selbst erstellte Wrestler und Arenen und sogar einige Spielmodi kosten sogenannte Bucks.

Nicht, dass uns diese schamlose Gier überrascht hat, aber es ist doch immer wieder erstaunlich, wie dreist die junge Zielgruppe dazu verleitet werden soll, auch noch ihr letztes bisschen Taschengeld zu opfern, um schneller voranzukommen.

Hinzu kommen technische Probleme, wie diverse Bugs und vor allem eine unsaubere Bildrate, welche die flotten Kämpfe sowohl auf PS4 als auch auf Xbox One immer wieder brutal ausbremst. Die Auslösung ist seltsamerweise auch auf den kraftvolleren Pro-Versionen auf 1080p begrenzt, die dennoch ebenfalls von Rucklern geplagt werden. Auf der Xbox One ist Crossplay mit PC-Zockern möglich, Sony-Jünger bleiben indes unter sich.

Fazit:

Kurzweiliger Spaß-Brawler, der sich selbst nicht allzu ernst nimmt. „WWE 2K Battlegrounds“ ist vielleicht kein vollwertiger Ersatz für ein „echtes“ Wrestling-Spiel, aber unterhaltsamer, als das katastrophale „WWE 2K20“ ist der überdrehte Arcade-Spaß allemal. Allerdings ist die Luft recht schnell raus und die leidigen Mikrotransaktionen sind allgegenwärtig.

„WWE 2K Battlegrounds“ ist für PlayStation 4, Xbox One, PC, Nintendo Switch, und Google Stadia erhältlich.