Das ist gut:

„Wreckfest“ trumpft natürlich in erster Linie durch sein umfassendes Schadensmodell auf. Während lizensierte Digi-Karren heutzutage selbst bei heftigsten Kollisionen gerade mal ein paar Kratzer im Lack davontragen und ansonsten ungerührt weiterfahren, könnt ihr beim geistigen „FlatOut“-Erben die lediglich an den Originalen angelehnten Wagen komplett auseinandernehmen und bis zur Unkenntlichkeit zusammenfalten. Das Schadensmodell sucht dabei aber nicht nur optisch seinesgleichen, sondern hat natürlich auch Auswirkungen auf das Fahrverhalten.

Wollt ihr ein Rennen überstehen, ist es also nicht damit getan, mit Vollgas alles auf die Hörner zu nehmen, was nicht bei drei in der Boxengasse ist. Rein defensives Fahren macht euch hingegen zum Kanonenfutter, zumal ihr in den Destruction Derbys angezählt werdet, wenn ihr zulange ohne Feindkontakt vor euch hin campt. Krachen wird es sowieso, da haben die Entwickler beim Bau der Kurse mit all ihren Schikanen und Kreuzungen schon drauf geachtet. Eure Aufgabe ist es, das Chaos so gut es geht zu kontrollieren.

Falls euch dies trotz der sehr gelungenen und knackigen Steuerung mit Arcade-Schlagseite nicht gelingt, und ihr unentwegt in Wände, Zäune und Werbetafeln rauscht oder ganze Reifenstapel auf der Strecke verteilt – was übrigens ansehnlich in Szene gesetzt wurde – lohnt sich vielleicht ein Besuch in der Werkstatt, wo ihr euren Wagen nicht nur optisch aufmotzen, sondern auch hinsichtlich der Leistung euren Bedürfnissen anpassen könnt.

Zwar bieten die vorrangig ländlichen Umgebungen nicht allzu viel Schauwert, dafür läuft „Wreckfest“ angenehm flüssig und weiß die gepflegte Zerstörung äußerst effektvoll in Szene zu setzen, sodass der biedere Ersteindruck spätestens dann verflogen ist, wenn die Strecke irgendwann unweigerlich einem Schlachtfeld gleicht.